


Rechtes Denken nicht unterstützen!
Vor einer Woche nahmen 350 "Bürgerliche" in Bückeburg an einer Demonstration gegen rechte Gewalt teil. Gut so. Aber nicht genug. Denn rechte Gewalt ist kein Randproblem von ein paar Jugendlichen mit wirren Überzeugungen.
Rechtsextremes Denken wird schon da unterstützt, wo die Würde jedes Menschen durch gedankenloses Reden in Frage gestellt wird. Unsere Verfassung erklärt die Würde jedes Menschen für unantastbar. Sie gründet sich für mich in der gnädigen und bedingungslosen Zuwendung Gottes zu jedem einzelnen Menschen. Jesus hat das sichtbar gelebt und in der Bergpredigt deutlich gemacht, dass die Missachtung dieser Würde schon mit Worten beginnt. Ein abwertendes Wort ist für ihn schon Gewalt. Weil damit die Würde in Frage gestellt wird. Wer sagt: "Du Narr!", hält sich für wertvoller und maßt sich ein Urteil über eine andere Person an. Wo andere Menschen als Schmarotzer, grundsätzlich dumm oder als grundsätzliche Belastung der Gesellschaft tituliert werden, wird nicht sachlich argumentiert, sondern der Wert eines Menschen herabgesetzt. Wenn das als lediglich zugespitzte Formulierung einer allgemeinen Meinung akzeptiert wird, bereitet man damit rechtsradikalen Positionen den Boden.
Darum ist es wichtig, auch in der Mitte der Gesellschaft sehr genau darauf zu achten, wie man über andere Menschen redet. Weil Gewalt schon mit einer bestimmten Redeweise über andere Menschen beginnt, trägt jeder Einzelne Verantwortung: für die Achtung der Menschenwürde und für eine Gesellschaft, in der wirklich niemand vor der Verletzung seiner Person Angst haben muss. Und diese Verantwortung findet nicht nur Ausdruck auf einer Demonstration, sondern auch in meinen Worten am "Stammtisch".


