Bewegte Kirche in bewegter Gesellschaft

Es ist kein Geheimnis: Die Mitgliederzahlen der Evangelischen Kirche sind rückläufig. Die Hintergründe liegen in verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen. Wir glauben, dass wir diese im Blick haben müssen, um unsere Entwicklung auch daran auszurichten. Denn Kirche existiert nicht losgelöst von der Gesellschaft.

Der demografische Wandel

Deutschland wird älter. Das betrifft auch unsere Mitglieder. Die Eintretenden und Getauften sind weniger als diejenigen, die versterben.

Die Individualisierung

Heute können Menschen viel stärker üer den Verlauf ihres Lebens entscheiden als noch vor 100 Jahren. Auch die Kirche wird damit etwas, das man wählen oder nicht wählen kann.

Ausdifferenzierung und Pluralisierung

Mehr Wahl im Lebensverlauf bedeutet auch: Immer weniger gleich verlaufende Leben. Die Arbeit spezialisiert sich und es entstehen immer kleinere Einheiten, was ähnliche Lebensentwürfe und Einstellungen angeht. Die Kirche verliert damit an Einfluss auf nicht-religiöse Lebensbereiche.

Mobilität

Ein ganzes Leben am gleichen Ort - das wird immer seltener. Nur eine Folge für die Kirche ist punktuelles und nur zeitweises Ehrenamt.

Globalisierung

Die Evangelische Kirche erhält mehr Konkurrenz durch Glaubenselemente und -praktiken oder Religionen aus aller Welt. Diese trifft auf unsere Wahlmentalität.

Die Spätmoderne

Rationalität und Technologie gelten nicht mehr automatisch als beste Antwort auf die heutigen Herausforderungen. Zwar steigt in diesem Zusammenhang die Spiritualität wieder an. Aber unhinterfragtes Annehmen religiöser Werte und Regeln war gestern.

... und nun?

Alle diese Entwicklungen sind gut und richtig. Sie prägen den Raum, in dem sich Mensch und Kirche begegnen. Und sie geben unserem Beratungsprozess einen Rahmen. Wir können unsere neuen Projekte und Veränderungen auch daran ausrichten, wie gut sie geeignet sind, Kirche noch weiter an die heutigen gesellschaftlichen Veränderungen heranzuführen. Die spannende Frage ist dann: Welchen Platz nimmt sie als Glaubensgemeinschaft und Verkünderin des Evangeliums ein, mitten in der Postmoderne? Wir sind überzeugt: Das Wort Gottes kann hier Halt, Gemeinschaft und Sinn sein.