Ein Stück des Weges geschafft

Die erste Phase liegt hinter uns

Startschuss war im Frühsommer 2021. Mit Dr. Dagmar Reinhold wurde eine Organisationsentwicklerin und Prozessbegleiterin eingestellt. Und los ging, was auf vorangegangenen Entwicklungsprozessen aufsetzt und nun Fahrt aufnimmt: Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche begibt sich mit ihren 22 Gemeinden in einen Beratungsprozess.

 

Das Team aus Altenhagen - Hagenburg mit unserem Pastor Cord Wilkening (3. v. l.) arbeitet gerade an einer Befragung ihrer Gemeinde. Daraus möchte man Hinweise für eine noch bessere Ausrichtung des Angebots ziehen.

Kooperationsregionen lernen laufen

Es war nicht einfach, aber mit gemeinsamem Schwung ging es schließlich: Die Einteilung unserer 22 Gemeinden in fünf Kooperationsräume. Mit jeder Gemeinde wurde gesprochen und versucht, so gut als möglich Kooperationswünschen zu entsprechen. Zwischen drei und fünf Gemeinden gehen nun aufeinander zu und beginnen, zusammenzuarbeiten.

Je vier Workshops liegen nun für jeden der Kooperationsräume hinter uns. Teilnehmen durfte pro Gemeinde ein Team aus je bis zu 8 Personen. Wer nun glaubt, es seien immer "die üblichen Verdächtigen" gewesen, der irrt. Die Gemeinden wurden aufgefordert, neben Pastor:innen und Angehörigen der Gremien auch Nicht-Mitglieder, Gemeindeglieder usw. zu entsenden. Eine Person je Gemeinde wurde überdies zum/zur Botschafter:in erkoren: die "Prozessapostel" sorgten für den Informationsfluss zwischen dem Workshopgeschehen und der eigenen Gemeinde.

Nun also in Kooperationsräumen arbeiten! Was zunächst nach Mehrarbeit aussieht - und wohl auch welche ist - soll sich nun an ersten Punkten möglichst bald als Synergie zeigen. So etwa, wenn eine Pastorin einer Gemeinde sagt, ich arbeite sehr gern und gut mit Konfirmand:innen - warum nicht für den gesamten Kooperationsraum? Mehr und mehr entspricht ihre Tätigkeit dann ihren persönlichen Gaben. Und die anderen erfahren an diesem Punkt Entlastung.

Im Frühjahr: Die "Kirchenrebellen", zwei junge Pastoren aus Bremerhaven, erzählen uns, was sie neu und anders tun in ihrer Gemeinde

Und so geht es jetzt weiter:

Wir treten in eine neue Phase ein. Jetzt geht es uns darum, die Teams aus jeder Gemeinde mit den dortigen Gremien zusammenzubringen. Und dann wird weiter Neues entwickelt. Die Pastor:innen treffen sich und schauen, was sich nach und nach schon einmal regionalisieren lässt. Menschen, die mit Öffentlichkeitsarbeit befasst waren oder daran Interesse haben, werden geschult. Mitarbeitende eines Kooperationsraumes lernen einander kennen usw.

Wichtig ist uns weiterhin: Niemand bleibt außen vor. Wenn sich jemand engagieren möchte, kann er oder sie das tun - auch unabhängig vom Status. Was gut war, bleibt natürlich. Warum sollte man es ändern? Und auch weiterhin bleibt die Gemeinde der zentrale Bezugspunkt für unsere Mitglieder. Drittens schließlich: schlanker zu werden ist eine Sache. Aber wir möchten die freiwerdenden Kräfte für Neues und Weiterentwicklung nutzen!

Tolle Sache: Angehende Designer:innen der BBS Stadthagen lernen 3D Druck - und als Thema haben sie sich unsere Landeskirche ausgesucht. Entstanden sind 22 kleine Skulpturen, die Glaube, Kirche, Vision für uns interpretierten. Die Skulpturen wurden im Rahmen unserer vierten Workshoprunde feierlich übergeben.

Unser besonderer Ehrgeiz: Ehrenamt fördern

Alles, was in unseren 22 Gemeinden gut läuft, verdanken wir unseren Ehrenamtlichen. Sie bringen sich ein mit Glauben, Engagement und Sachverstand. Die erste Phase unseres Beratungsprozesses hat gezeigt: Dennoch ist hier viel zu tun. Sei es Wege zu finden für die Ansprache neuer Ehrenamtlicher oder für eine Weiterbildung für die Arbeit im Predigtdienst - allen ist es wichtig, das wurde deutlich.

Daher gehen wir dieses Thema offensiv an. Auf unserer neuen Social Media - Plattform et:net für alle Aktivem im Prozess zeigen wir kleine Portraitbeiträge einzelner Ehrenamtlicher im Newsfeed. Im Herbst ist eine Diskussionsveranstaltung zum Thema geplant. Und auch die nächste Synodaltagung unseres höchsten landeskirchlichen Gremiums hat das Thema prominent auf seine Tagesordnung gesetzt.

Auch das ist Ehrenamt bei uns: Die Kirchengemeinde Heuerßen wirft ihre Saftpresse an.