Was tun wir? Und wer tut es?

Von Kleinen Kreisen, Prozessaposteln und "Den 8"

Startschuss war im Frühsommer 2021. Mit Dr. Dagmar Reinhold wurde eine Organisationsentwicklerin und Prozessbegleiterin eingestellt. Und los ging, was auf vorangegangenen Entwicklungsprozessen aufsetzt und nun Fahrt aufnehmen soll: Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche begibt sich mit ihren 22 Gemeinden in einen Beratungsprozess. Neben dem Umgang mit zukünftig zurückgehenden Ressourcen soll aber eine Erneuerung treten: Welche Rolle kann und will Kirche in der Gesellschaft der Zukunft einnehmen?

Regionalisierung als erste Antwort

Um beide Ziele realisieren zu können, schließen sich die 22 Gemeinden zu insgesamt 5 Kooperationsregionen zusammen. Ein schwieriger Schritt. Da die Gemeinden hier Mitspracherecht haben und natürlich eigene, begründete Vorstellungen von ihrer Region haben, wurde und wird viel diskutiert.

Drei Prinzipien, die uns wichtig sind

  1. Bottom-up: Alle, die es möchten, werden aktiv beteiligt und dürfen mitgestalten. Das ist zuweilen anstrengend und verwirrend. Dennoch möchten wir es so: Nur so werden Veränderungen nachhaltig, entsteht Energie und werden alle Talente, Ideen und Motivationen genutzt.
  2. Transparenz: Unser Entwicklungsprozess ist komplex. Da geht es nicht ohne Vertrauen! Wir verbergen einander nichts. Und wir sorgen so gut wie möglich dafür, dass alle wissen, wo wir weshalb gerade stehen.
  3. Agilität: Wir haben bewusst nur die ersten drei Workshops verplant. Danach? Müssen wir auswerten und weitersehen. Das Prinzip der "Agilen Organisationsentwicklung" hilft uns, genau das zu identifizieren und zu tun, was gerade ansteht.

Abgesandte und Sprachrohre

Aber wie erreichen wir eine Entwicklung unter den mehreren zehntausend Kirchenmitgliedern unserer Landeskirche? Wir arbeiten mit dem Vertreter*innen - Prinzip:

Die 8

Jede Gemeinde entsendet eine Abordnung aus insgesamt bis zu acht Personen. Mit dabei natürlich Pastor*innen, Gemeinderats- und Kirchenvorstandsmitglieder, aber auch Mitarbeiter*innen der Gemeinde, ganz normale Gemeindemitglieder. Immer gut: Die Sichtweise junger Menschen. Es ist also auch jemand unter 27 dabei. Wichtig war uns außerdem, auch den Blick von außen zu haben. Daher entsendet jede Gemeinde auch eine Person, die zwar am Ort lebt, aber nicht viel mit Kirche zu tun hat. Sehr wertvolle Perspektiven!

Prozessapostel!

Sie zählen noch keine acht Personen? Das ist richtig. Jeder Gemeinde gehört nämlich auch eine so genannte Prozessapostel*in an. Die 22 Apostel*innen sind meist ehrenamtliche Menschen, die das Sprachrohr bilden zwischen ihrer Heimatgemeinde und dem Prozess selbst. Infos und Entwicklungen werden in die Gemeinde getragen und dort verbreitet. Und umgekehrt: Die Diskussionen und Ziele der jeweiligen Gemeinde können so in den Prozess wirken. Und mehr noch, die Apostel*innen werden auch an der agilen Weiterentwicklung des Prozesses beteiligt.