Advent – mal anders

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Kategorie: Andacht Thema

Ein Wort aus Probsthagen...

„Alle Jahre wieder“ kann auch mal durchbrochen werden.
Wie viele andere liebe auch ich Traditionen. So freue ich mich über unseren auf dem Lüdersfelder Adventsmarkt erstandenen Adventskranz, dessen Kerzen mein Mann und ich jeden Abend entzünden, wenn wir uns zur Tagesschau um 20 Uhr im Wohnzimmer einfinden. Glühwein, Plätzchen, Weihnachtsmärkte, Adventsfeiern, Konzerte und nicht zuletzt das Singen der wunderschönen Adventslieder gehören für mich zu den guten Traditionen des Advents dazu. Und obwohl ich seit 44 Jahren erwachsen bin, kann mich auch ein Adventskalender erfreuen.

Und doch ist in diesem Jahr bei uns etwas anders. Facebook hat mich auf diese Idee gebracht. Dort wurde von einem Adventskalender „mal andersrum“ berichtet. Die Idee hat mich so begeistert, dass ich sie gleich umgesetzt habe.
Und so funktioniert dieser Adventskalender: ich stelle jeden Tag ein haltbares Lebensmittel in eine Kiste und nach 24 Tagen schenke ich die Kiste oder den Karton einer Familie, die nicht so aus dem Vollen leben kann wie ich.
Während sich die Kiste, die bei uns im Flur steht, füllt, fühle ich mich doppelt beschenkt: mir wird bewusst, wie gut ich es habe und zugleich stelle ich mir vor, wie sich ein anderer darüber freut.
In der Bückeburger Stadtkirche begegnete mir eine ähnliche Idee: „ein Kilo mehr“. Dort wird eingeladen, beim Einkaufen 1 Kilo mehr zu kaufen und dieses in der Kirche abzugeben. Die Lebensmittel werden dann gesammelt zur Tafel gebracht.
Eine uralte Idee, die uns schon im Ersten Testament begegnet, wo vom Zehnten die Rede ist.

Es gibt so viele Möglichkeiten, sein Herz zu öffnen und anderen Gutes zu tun, seien es nun traditionelle oder auch überraschende Momente.
Zugegeben: ich mag das Überraschende. Gott anscheinend auch. Wie heißt es doch in dem Lied „Lobt Gott ihr Christen“ Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Wie könnt es doch sein freundlicher, das herze Jesulein.

Einen gesegneten 2. Advent wünscht Ihnen
Anne Riemenschneider, Pastorin in Probsthagen