Andacht zu Karfreitag

Meldung vom
Kategorie: Andacht
Erstellt von Reinhard Zoske
 
Reinhard Zoske

Reinhard Zoske

Das Kreuz Jesu Christi gehört zu seinem Leben. Es wurde zum Erkennungszeichen der Christenheit. Wer vor dem Kreuz steht und die dahinter liegende Lebensgeschichte von Jesus Christus liest, merkt: Das Kreuz meint nicht Jesus Christus allein, sondern meint mich, meint uns und möchte uns und unser Leben mit einbeziehen. So heißt es: “Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ ( Joh. 3,16)

Fortan steht das Kreuz Jesu Christi für Leid, gleich welcher Art – persönliches oder auch für eine Ölkatastrophe, wo unsägliches Leid für Mensch, Tier und Meer gebracht hat.

Die Solidarität, die Jesus am Kreuz den Mitgekreuzigten erweist, rührt uns an. Das Kreuz Jesu solidarisiert sich nicht nur mit dem Leid in dieser Welt, sondern es schenkt auch in dem Leid Kraft, das Leid zu überwinden. Da fragt doch tatsächlich ein Kind seine Mutter: „Was macht in solchen Katastrophen eigentlich der liebe Gott?“ Die Antwort der schlagfertigen Mutter lautet: „Der liebe Gott arbeitet an unserer Erlösung“. Aus der besonderen Beziehung Jesu zu seinem Vater hat der Sohn Gottes und Mensch mit seinem Leben gezeigt, dass er über göttliche Kraft verfügt. Und dennoch hat Jesus sich nicht selbst vor dem Kreuz gerettet. Gottes Wille ist es, dass die Menschen ihren freien Willen in Liebe entfalten und die Natur ihren Lauf nimmt. Er will, dass der Mensch aus sich heraus nach Gottes Willen fragt und danach handelt – die Gebote befolgt und das Vaterunser lebt.

Das Kreuz ist in Jesu Leben kein Zeichen für Tod und Ohnmacht und Leid geblieben, sondern indem Jesus den Tod überwunden hat, wurde es zur Kraftquelle und Hoffnung für alle.
So wird die Stunde des Todes am Kreuz die Stunde für alle Menschen zur Hoffnung. Es zeigt, dass wir dem Leid der Welt nicht ausgeliefert sind. Sein Kreuz und sein Leben prägt und trägt uns.  

Reinhard Zoske, Pastor in Bergkirchen