Angenommen

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Steinbergen...

 
R. Koller

Angenommen, Sie haben einen schönen Satz aus der Bibel in Erinnerung – welcher wäre das? Angenommen, es wäre dieser: „Nehmt einander an, wie Christus uns angenommen hat“.
Hoppla, da kommt das Wort „angenommen“ ja auch vor. Okay – ein Wortspiel – aber ich spiele weiter. Angenommen, der Satz würde uns gefallen. Nehmen wir an, dass wir einander annehmen wollen. Nicht naiv, sondern mit den Ecken, Kanten und Schatten, die jeder Mensch nun mal so mitbringt. Nehmen wir an, dass wir über die Frage des Glaubens oder des Nicht-Glaubens nicht debattieren wollen, sondern einfach den Inhalt des Satzes bejahen. Er gilt auf dem Hintergrund, dass einer die Liebe Gottes glaubwürdig in die Welt brachte, so wie wir es niemals hinkriegen – Jesus Christus.
Aber nehmen wir an, wir versuchen es. Verrückte Idee. Weiß doch jeder – das kann ja nur schief gehen. Guck in die Welt. Da bleibt deinem Angenommen-Sein die Luft weg. Da vertrocknest du auf halber Strecke. Trotzdem: nehmen wir an, wir teilen die Christusliebe. Ändert sich etwas? Hmmh! Vielleicht – ausprobieren? Ich nehme mal an, das geht. Wir nehmen uns vor, Menschen anzunehmen. Nicht nur Flüchtlinge, aber die auf jeden Fall! - Das willst du tun? Respekt Respekt! Der auch noch! Klar, er gehört wesentlich dazu.
Übrigens: der Satz ist das biblische Leitmotiv, das durch ein Jahr hindurch als Gedankenimpuls dient (Jahreslosung). Er steht im Brief des Paulus an die Römer (15,7).  
 
Reinhard Koller, Pastor in Steinbergen