Augenblick mal! - Sieben Wochen ohne Sofort

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Bückeburg...

 

O weh, was mache ich zuerst? So viele Termine liegen schon wieder vor mir. Wie soll ich das alles bloß schaffen? So viele wollen etwas von mir: Chef und Kollegen, Ehepartner oder Lebensgefährtin, die Kinder, die Eltern. Gerade klingelt auch noch der Nachbar wegen des Obstbaum-Schnittes – nicht jetzt!

„Augenblick mal! - Sieben Wochen ohne Sofort“. Die diesjährige Fastenaktion der Evangelischen Kirche kommt genau zur rechten Zeit. „Alles hat seine Zeit“ weiß das Buch Prediger in der Bibel. Alles braucht seine Zeit. Wir können den Aufgaben und Anfragen ihre Zeit zuordnen. Mir geht es so: Wenn ich das Termin- und Aufgaben-Knäuel überdenke oder eine Nacht darüber schlafe, löst sich manches auf. Die Dinge ordnen sich und so kann ich sie erledigen.

Wir müssen nicht alles sofort schaffen. Ja, wir können nicht alles zugleich sofort erledigen. Wir dürfen den Dingen ihre Zeit lassen. Auch die SMS oder die Antwort in WhatsApp darf sich Zeit lassen. Vielleicht fällt sie dann auch anders aus und wir ersparen uns Ärger. Vor allem: Auch für mich gibt es Zeit. Zeit für eine Pause, für eine Tasse Kaffee, für ein Gespräch mit Freunden.
Aber ist das nicht blauäugig? Es gibt Anfragen und Aufgaben, die kann ich nicht aufschieben. Ich kann den Chef ja nicht mit einem Hinweis auf die Bibel vertrösten. Stimmt, manches muss ich sofort tun, ob es mir gefällt oder nicht. Aber die Fastenaktion erinnert mich daran, dass Zeit kostbar ist. Und zwar nicht nur, damit ich in ihr etwas für andere tue. Gott hat auch mir Zeit geschenkt.
Alles hat seine Zeit. Ich habe Zeit, von Gott geschenkte Zeit.
Ich trinke gerade eine Tasse Kaffee. Mein Smartphone piept, meine Hand zuckt schon – aber: „Augenblick mal“! Das kann warten.

Rainer Diekmann, Pastor in Bückeburg