Aus der Welt gefallen

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Pollhagen...

Wir sind irgendwie aus der Welt gefallen. Jedenfalls fühlen wir uns so. Erst die Nachricht von seinem Unfall. Dann die Zeit, in der wir gehofft und gebangt haben. Die Gefühle sind Achterbahn gefahren.
Manchmal ist es so, als ob er noch da ist. Da ist sein Lachen, die Dinge, die er zu uns gesagt hat und alles, was er geliebt hat. Auf einmal ist er so gegenwärtig wie selten. Und im nächsten Augenblick ganz weit weg. Wir sind jetzt allein und doch verbunden.

Angehörige erzählen so von Abschieden, die sie erlebt haben. Auch die biblischen Geschichten vom Abschied von Jesu sind so erzählt. In der letzten Woche war Himmelfahrt. Jesus ist weg. Seine Jünger schauen nach oben, als er in einer Wolke verschwindet. Gerade haben sie seinen Tod verkraftet, irgendwie. Dann war er auf einmal wieder da, ging mit ihnen. Nun müssen sie allein zurechtkommen.

Was geschieht, wenn ein Mensch, der bis eben noch gegenwärtig war, jetzt plötzlich nicht mehr da ist?
Vielleicht dies: Es ist wie eine Wandlung von außen. Der äußere Mensch wird weniger, verschwindet und wächst hinein in die , die zurückbleiben. Von innen. Wird größer und stärker in anderer Gestalt.
Das ist fremd und schön zugleich. So sortiert sich das Leben neu, wenn der geliebte Mensch plötzlich weg. Auf dem Anrufbeantworter ist noch die Stimme und die in der Wohnung die Bilder. Jemand ist weg und doch noch da.

Irgendwann spüren das diejenigen, die mit Jesus unterwegs waren. Heftig überkommt es sie. So, wie ein Feuer neu entfacht wird. Und sie gehen zurück ins Leben. Ohne Jesus, aber mit Trost und neuem Geist. Und wissen: Wir sind allein und miteinander verbunden, beides für immer.

Uwe Herde, Pastor in Pollhagen