Deine Gnade reicht

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Steinbergen

 
Stephan Strottmann

Stephan Strottmann

Jetzt ist die Zeit der Konfirmationen. Anders als früher ändert sich für die frisch Konfirmierten äußerlich nicht viel: Sie gehen weiter zur Schule, haben zumeist noch keine Idee, was sie später einmal machen werden.
Und doch ist es ein Schritt aus der Kinder- in die Erwachsenenwelt. Das fängt mit Kleid und Anzug an. Erstmals stehen diese jungen Menschen so spürbar im Mittelpunkt, halten vielleicht eine Rede und geben sich viel erwachsener als wir sie sonst kennen.
Was aber bringt sie weiter auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden? Die Geschenke machen sie mit dem Wert des Geldes vertraut – ohne Moos nichts los!  Natürlich, dass sie sich weiter in der Schule anstrengen – ohne Bildung keine Berufschancen! Wer etwas werden will, muss sich durchsetzen – wir leben in einer Ellenbogengesellschaft.
Die Konfirmation aber – und in vielen Gemeinden der Beicht- und Abendmahlsgottesdienst am Vorabend – lenkt den Blick in eine andere Richtung: Mit Gottes Segen dürfen die jungen Menschen in ihre Zukunft gehen. Gott misst sie nicht an ihrer Leistung und ihren Erfolgen.
Bei uns in Steinbergen stand die Konfirmation am letzten Sonntag unter dem Motto der diesjährigen Jahreslosung aus dem 1. Korintherbrief 12,9: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Hier sagt Gott zu, dass wir uns unseren Wert nicht erkämpfen oder verdienen müssen. Vielmehr wird uns Zukunft, wird uns Kraft als Geschenk auf unserem Weg verheißen.
Das entbindet die Konfirmierten und uns alle nicht davon, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen. Aber es befreit von dem Druck, es uns und anderen beweisen zu müssen.
In einem Lied zur Jahreslosung fasst Gottfried Heinzmann diese Verheißung knapp zusammen: „Deine Gnade reicht.“ Mögen unsere Konfirmierten, mögen wir mit diesem Vertrauen in die Zukunft gehen!

Stephan Strottmann, Pastor in Steinbergen