Der 31. Oktober

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Nienstädt...

 
Grimm

Am 31. Oktober ist der Reformationstag – der Tag vor dem 1. November, dem katholischen Gedenktag aller Heiligen. In den Medien finden die Stadt Wittenberg und der sog. Thesenanschlag Martin Luthers Erwähnung. Und zu den Leistungen der evangelischen Kirche gehört es, dass der 31. Oktober als Geburtsstunde der Reformation in manchen Kirchengemeinden wieder deutlicher beachtet wird.

Das geschieht nicht mehr als Jubelfeier, wo man sich an den Gründungsmythen vom rebellischen Thesenanschlag und dem standhaften Auftreten Martin Luthers vor Kaiser und Kardinälen ergötzt. Dazu haben die beiden großen Kirchen zu viel voneinander gelernt. Dazu schreitet die Entkirchlichung zu unaufhaltsam voran. Der evangelischen Kirche gehört nur noch ein Drittel der Bevölkerung an. Zu irgendeiner Form der Teilnahme sind lediglich 5 % ihrer Mitglieder bereit. - Was sind hilfreiche Erinnerungen für die Zukunft?

Um Reformenin der Kirche seiner Zeit ging es Martin Luther. Nicht eine übermächtige Institution mit ihren Geltungsanspruch ist das Erste. Am Anfang ist die Gemeinde als die Menschen, die sich  zum Gottesdienst versammeln. Dort stehen wir vor Gott, erfahren seine Nähe, erhalten Weisung, Zuspruch und Befreiung. Mehr als um Strukturfragen ging es den Reformatoren also um die Erneuerung des Glaubens. So bleibt das große und schöne Ziel: Ein christliche Kirche, deren Mitglieder religiös mündig sind – vor Gott und in der Welt.

Michael Grimm, Pastor in Nienstädt