Die Dorflinde

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Bergkirchen...

 
Steinwachs

Eine Rundbank ist ein schönes Bild für Gemeinschaft. Man sitzt um einen Mittelpunkt und fühlt die Zusammengehörigkeit. Zum Erbe unserer Dörfer gehörten Bäume, um die sich die Menschen versammelten. Man lachte, erzählte Geschichten und fühlte sich wohl in der Gemeinschaft.
Heute scheinen fast alle Symbole dafür, Gemeinschaft zu sein, brüchig zu werden.

Die Bäume sind gefällt oder auf Verkehrsinseln verbannt. Oft sind es nur noch kleine Grüppchen, die bei Dorffesten hinter Fahnen der Dorfvereine hermarschieren. Zusammengehörigkeit ist ein abstrakter Begriff geworden. Die Menschen verstehen sich eher als Zweckgemeinschaften, die nur zu bestimmten Anlässen zusammenkommen, wenn alle betroffen sind. Einheimische und Zugereiste kommen sich selten näher.
Ein Symbol aber ist geblieben, das Gemeinschaft ausdrückt und zeigt. Die Kirchtürme in unseren Dörfern sind noch immer ein Zeichen dafür, dass wir zusammengehören.

Der Monatsspruch für Mai 2014 macht mich nachdenklich:
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.
Galater 3,28

Die Unvoreingenommenheit der Einladung zur Gemeinschaft besteht mitten in unseren Dörfern, sichtbar, wahrnehmbar.
Sie gilt auch für Menschen, die von außerhalb zu uns kommen, Menschen, die Asyl bei uns suchen, Menschen die zugereist sind, Menschen, die noch Fremde sind.
Lasst uns die unvoreingenommene Einladung weitergeben und Gemeinschaft suchen!

Hartmut Steinwachs, Pastor in Bergkirchen