Dreifaltigkeit

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Bückeburg...

 
Theologischer Referent

Am kommenden Sonntag ist Trinitatissonntag. Das Fest der „Dreifaltigkeit“ Gottes: Gott ist einer und doch Vater, Sohn und Geist. Das ist kaum zu erklären. Also warum sollen sich vernünftige Menschen heute noch mit so unlogischen Behauptungen beschäftigen?
Mein Antwortversuch dazu: weil der Glaube an den Dreieinigen Gott uns vor Überheblichkeit und Überforderung schützt. Vor der Anmaßung, wir hätten diese Welt im Griff und könnten sie in einen Ort reinen Glücks zu verwandeln. Vor der Selbstüberschätzung, wir wüssten, was absolut richtig oder falsch ist.
Gott der Vater ist Ursprung dieser Welt. Er ist Schöpfer der Pflanzen, die uns Nahrung geben, aber auch der Bakterien, unter denen wir leiden. Er rief den Menschen ins Leben, mit seiner Fähigkeit zu Liebe und Gewalt.
Gott ist der Sohn. Der Schöpfer dieser widersprüchlichen Welt ist seinen Menschen barmherzig zugewandt. Sie sollen erfülltes Leben finden. Und das trotz der Wirklichkeit von Leid und Tod.
Gott ist der Geist. Der Geist, der uns bewusst macht, dass wir trotz aller Fehlerhaftigkeit als wertvolle Menschen anerkannt sind. Der uns aber auch Schuld bewusst macht und uns zu menschenfreundlichem Handeln ermahnt.
Die Rede von der Dreiheit Gottes hält fest, dass man Gott nie widerspruchsfrei erklären kann. Gott ist uns zugewandt und dennoch fremd.
Dieser Glaube nötigt uns zu Respekt und Achtung vor der Größe der Schöpfung Gottes und erinnert uns an unsere Fehlerhaftigkeit und unseren kleinen Verstand. Aber er macht uns nicht klein. Denn in den Augen des Schöpfers dieser großen Welt ist jeder ein unbedingt wertvoller Mensch.
Dieser Glaube bewahrt vor Überheblichkeit und hilft zu einen barmherzigen Umgang mit uns selbst, unseren Mitmenschen und der Schöpfung.

Jan Peter Hoth, Theologischer Referent