Eigenlob stinkt

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Stadthagen...

 

G. Hartung


doch klappern gehört zum Handwerk

Stadthagen:  Bescheidenheit und Understatement galten in meiner Kindheit  als Tugend. Aufgewachsen in einer christlichen Familie sollten wohl Stolz  und Überheblichkeit eingedämmt werden, ganz nach Sprüche Salomos 16, 18  „Stolz kommt vor dem Untergang und hochmütiger Sinn vor dem Fall“. Im Ergebnis fällt es mir bis heute schwer mich selbst zu loben, meine Stärken zu benennen. Also herauszuheben welche tollen Fähigkeiten und Fertigkeiten ich habe. Oder wie Blaise Pascal es formulierte „Willst du, das man Gutes von dir sage, so sag es nicht selbst!“ Wir empfinden als unangenehm wenn jemand positiv über sich selbst spricht, wenn er sagt was er gut kann wird er schnell zum Angeber. Das geht  uns auch  im Diakonischen Werk so. Wir sehen gern unsere Schwächen im miteinander, in unserer Organisation und unseren Arbeitsergebnissen  und haben Mühe all die positiven Dinge wahrzunehmen und zu formulieren die uns gut gelingen.  In der Bergpredigt beschreibt Jesus dazu ein Gegenmodell…  lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen (Matth.5, 16). So wie es für uns selbst wichtig ist die eigenen Stärken zu kennen ist es auch für unser Gegenüber wichtig zu wissen was wir können. Da ist es doch gut, wenn wir es selbst sagen und nicht erwarten dass der andere drauf kommt.  Es ist doch auch schöner sich mit den Dingen die gut gelingen zu beschäftigen als immer darauf zu schauen womit wir unzufriedene sind. Genauso ist es mit unserer Arbeit in der Diakonie. Wir können  nicht erwarten, dass jedermann weiß welch gute Arbeit wir leisten, dass unser Produktportfolio überall geläufig ist. Deshalb gehört das Klappern zum Handwerk. Wir „klappern“ zum Beispiel mit unserer Homepage, dem Auftritt bei Facebook und ganz aktuell auf der Regionalschau in Stadthagen. Ganz im Sinne von Johann Gabriel Seidel „Nicht gegen jedes Eigenlob sei Widerspruch erhoben; ein gutes Werk mag ungestraft sich selber, mein ich, loben.“

Günter Hartung, Geschäftsführung Diakonisches Werk Stadthagen