Ein lohnendes Ziel

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Vehlen...

 

M. Nolte-Bläcker

„Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt“ sagt der chinesische Weise Laotse. Der erste Schritt ist deshalb etwas ganz Besonderes. Der erste Schritt, das Anfangen braucht eine besondere Kraft. Diese Kraft liegt in dem Ruf, den wir hören, in der Sehnsucht, die uns antreibt oder in der Gewissheit, dass das Ziel sich lohnt.

Irgendwann kaufte die schwedische Schülerin Greta Thunberg in einem Baumarkt eine Holzplatte und gestaltete ihr Protestschild: „ Schulstreik für das Klima“. Ein erster ganz persönlicher Schritt,  der den Weg öffnete zu einer weltweiten „Fridays- for- future- Bewegung“ von Jugendlichen, an deren Seite  Wissen-schaftler und inzwischen auch viele andere Erwachsene stehen. Vor einem Jahr trug Greta dieses Schild zum Weltwirtschaftsforum nach Davos und machte durch ihre viel beachtete Rede auf dem Forum das Thema des Klimawandels und des dringend notwendigen Klima-schutzes zu einem Thema des weltweiten wirtschaftlichen Handelns. In welcher Weise das Ziel des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit von wirtschaftlichen Entscheidungen und Verträgen abhängt, machte vor kurzem der konkrete Protest der Bewegung gegen die Entscheidung des Siemens- Konzerns deutlich, sich durch seine Technologie an der Betreibung einer der weltgrößten Kohleminen in Australien zu beteiligen. Inzwischen hat das Bewusstsein bei vielen Menschen stark zugenommen, dass der weitere Bestand der Erde und der Menschheit von unserem eigenen Verhalten und wirtschaftlichen Handeln abhängt.
Es bedarf bei vielen Menschen aber offenbar noch der Bereitschaft zu ersten konkreten Schritten auf einem neuen Weg zum Schutz der Erde, der Bereitschaft, wirklich Neues zu beginnen, andere wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, ein anderes Verhalten zu trainieren im Großen wie im Kleinen. 
Schon im 1. Buch Mose ( 2, 15 ) ist davon die Rede, dass wir Menschen als Gottes Ebenbild die besondere Aufgabe und Verantwortung haben, die Erde als die uns von Gott geschenkte Lebensgrundlage zu bebauen und bewahren. Den vielfältigen Segen, den Gott uns in der Natur schenkt, sollen wir weiterfließen lassen und so selbst zum Segen für Gottes Schöpfung, für die Natur, die Menschen und Tiere werden. 

Ein Segen für Gottes Schöpfung zu sein und zu werden - ist sicher in Zeiten des Klimawandels ein lohnendes Ziel für das Jahr 2020 und darüber hinaus. Wagen wir die ersten lohnenden Schritte auf diesem Weg mit der Zusage Gottes im Ohr: „ Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!“  (Gen. 12, 2)  Lassen wir uns von Gott die Kraft zum Anfang schenken im Vertrauen auf die Gewissheit des alten irischen Segens, dass Gott jeden Schritt segnet, den wir in seinem Auftrag gehen und uns vorangeht auf unseren Wegen durch diese Welt.

Martina Nolte-Bläcker, Pastorin Seelsorgerin am AGAPLESION Ev. Klinikum Schaumburg