Ein wichtiger Feiertag

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Lindhorst

 
J.P. Hoth

J. P. Hoth

In Gesprächen und den Medien begegnet mir immer wieder die Sorge, dass unsere Kultur sich in Zukunft stark verändern wird. Das Stichwort von der „Islamisierung“ ist dafür ein extremes Beispiel. Es heißt dazu immer wieder, dass man diese Sorge ernst nehmen muss. Aber das kann nicht dadurch geschehen, dass man sich gegen Menschen oder Meinungen wendet, die unterschiedliche kulturelle Prägungen haben. Vielmehr scheint es mir zunehmend wichtig, sich darüber auszutauschen, welche Grundüberzeugungen unsere Gesellschaft bisher geprägt haben und wie Gemeinschaft in Zukunft gestaltet werden kann und soll.

Der nicht unumstrittene Feiertag zum Gedenken an die Reformation bietet die Chance, über die Kirchen hinaus darüber nachzudenken. Und das scheint mir dringend nötig. Ich nehme wahr, dass in der jungen Generation das Bewusstsein für die Notwendigkeit, die Gemeinschaft zu gestalten, nicht mehr selbstverständlich ist. Auch der Respekt vor Menschen, die sich ehren- und hauptamtlich dafür einsetzen, schwindet zunehmend. Die Politik steht unter dem Generalverdacht, die Freiheit und das Recht des Einzelnen nicht ausreichend zu beachten. Das ist keine gute Voraussetzung dafür, die notwendigen Aufgaben zu bewältigen.

Umso wichtiger, dass es Anlässe gibt und Raum und Zeit, öffentlich dieses Gespräch zu führen. Die evangelischen Kirchen haben dies in der vergangenen Woche auf vielfältige Weise getan. Sie feiern an diesem Tag nicht sich selbst, sondern nehmen ihre Verantwortung wahr, zu einer friedlichen und gerechten Gestaltung unserer Gesellschaft beizutragen.

Pastor Jan Peter Hoth, Pastor in Lindhorst