Ein Wort aus Luhden ...

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Kategorie: Andacht

Am Ziel

 
Lutz Gräber

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ Der Adventschoral schallt durch das Lichtermeer der Fußgängerzone. In der Tat. Die Geschäfte sind heute noch bis 22.00 Uhr geöffnet. Endspurtstimmung. Wer jetzt noch kein Geschenk hat, muss sich sputen. Jetzt ist der richtige Jagdinstinkt gefragt, wenn es nicht unter dem Weihnachtsbaum enttäuschte Gesichter über eine uninspirierte oder gar lieblose Gabe geben und es ein perfektes Fest werden soll. „Glück und Harmonie“. Wenn die Deutschen nach ihrem wichtigsten Wunsch für die Weihnachtstage gefragt werden, stehen diese Gefühle immer noch ganz weit oben. Ein genau geplanter Ablauf mit gutem Essen und einer liebevollen Bescherung gehört dazu. Auch der Kirchenbesuch darf dabei sein. Die ganz unterschiedlichen Gottesdienste bieten vielen Menschen an diesem Tag den Raum, in dem ihre Gefühle und Wünsche zur Sprache gebracht werden. In unseren Wohnzimmern ist das oftmals gar nicht so leicht möglich. Die Stimmung ist von vielen Erwartungen geprägt, die so leicht enttäuscht werden können. Aber der geschützte Raum der Kirche bietet die Möglichkeit, mit diesen Erwartungen nicht allein zu bleiben. Nach aller Hektik und allem Trubel, nach allen vorweihnachtlichen Angriffen auf mein Portemonnaie und allen festlichen Vorbereitungen darf es jetzt um mich gehen.

Dabei geht es ja eigentlich um das Kind in der Krippe, die Geburt Jesu. „…es kommt der Herr der Herrlichkeit“ heißt es in der Fortsetzung des Adventschorales. Gott verbindet sich mit uns Menschen. Für mich liegt genau darin das Geheimnis der Weihnacht. In ihr wird unsere Hoffnung aufgenommen, dass am Ende alles gut wird, dass gegen allen Augenschein ein unverlierbarer Sinn meines Lebens und dieser Welt inmitten mancher Traurigkeit und Sinnlosigkeit aufscheint. „Gott kommt, Mensch, dir Mensch zu Gute“, heißt es in einem Weihnachtslied. In dieser Hoffnung dürfen wir uns mit unseren Lebensgefühlen wiederfinden, darauf gehen wir in der Adventszeit zu. Halten sie doch an diesem 4. Advent, dem Tag vor Weihnachten, in allen Vorbereitungen schon einmal inne, um sich darauf zu freuen -  vielleicht sogar in einem Gottesdienst.

Lutz Gräber,(Luhden) Schulpastor in Bückeburg