Einen Schritt voraus

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Probsthagen...

 
Anne Riemenschneider

Kürzlich fragte ich meinen Mann: welchen Bibelvers würdest Du gerne über Deiner eigenen Traueranzeige stehen haben? Obwohl wir beide Pastoren sind, gehört dieses Thema auch bei uns nicht gerade zu unseren Lieblingsthemen. Ich kann es gut verstehen, dass vielen das Thema „eigene Beerdigung“ so fremd ist, dass sie es weit von sich schieben. Eigentlich schade. Natürlich werden die Angehörigen schon alles richtig machen, aber es liegt auch eine Chance darin, über Wesentliches ins Gespräch zu kommen.  
Mein Mann hat mit seiner Antwort nicht lange gezögert und folgenden Psalmvers genannt: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“.

In den 30 Jahren meines Pastorenberufs ist mir dieses Wort schon häufig begegnet: als Tauf- oder auch als Konfirmationsspruch, als Kirchentagslosung oder auch als Zuspruch in seelsorgerlichen Gesprächen. Bei einer Beerdigung habe ich darüber noch nie gepredigt. Warum eigentlich nicht?
Es drückt sich viel Hoffnung in diesem Wort aus: Wenn unser irdischer Weg zu Ende ist, kommt Gottes Weg mit uns an einen neuen Anfang. Keiner weiß, wie sein weiterer Weg aussehen wird, aber wir dürfen darauf vertrauen, dass es ihn geben wird.

Gott wird uns aus der Enge unserer eigenen Begrenztheit befreien. Wie singen wir doch so schön „der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“
Morgen ist Ewigkeitssonntag. Wir sind eingeladen, in unseren Gottesdiensten an unsere Toten zu denken, die weiter zu unserem Leben dazugehören. Sie sind uns schon einen Schritt voraus.

Einen gesegneten Gedenktag wünscht Ihnen Pastorin
Anne Riemenschneider, aus Probsthagen