Epiphaniaszeit.

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Sülbeck ...

 
Kirche Sülbeck

 „Zeit der Erscheinung des Herrn“ Mit den 3 Weisen vergrößert sich der Lichtkegel über dem Geschehen im Stall von Bethlehem. Nicht mehr ein paar Hirten, sondern die ganze Welt erfährt es durch sie. Denn das was sich da zugetragen hat in einem unbedeutenden Winkel der Welt, ist ja „große Freude, die allem Volk widerfahren ist“. Es ist Weihnachten geworden - und alles ist gut? Unsere Erfahrung spricht dagegen. Ein Vers aus dem 1. Johannesbrief kennzeichnet die Spannung, in der wir seit Weihnachten leben: „Wir sind schon Gottes Kinder, es ist aber nioch nicht erschienen was wir sein werden.“ (1.Joh.2,3) Das Kind in der Krippe sagt uns: Wir alle sind  Gottes Kinder.

Aber: „Es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden.“ Die Menschwerdung Gottes haben wir gefeiert, aber die Menschwerdung des Menschen steht noch aus. Immer noch regiert die Unmenschlichkeit, der Hass. Menschen werden als Mittel zum Zweck gebraucht. Wenn sie nicht zu gebrauchen sind, müssen sie entsorgt werden. Wie vielen Menschen wird im Namen  von Macht, Profit oder Fortschritt das Daseinsrecht aberkannt? Weil sie Fremde, Behinderte, Alte sind, weil sie das falsche Geschlecht, die falsche Hautfarbe haben, weil ihr gesellschaftlicher Wert zu gering ist. Angesichts all dessen ist wieder nach der Würde des Menschen zu fragen.

Die Bibel fasst sie in vier Worte: „Wir sind Kinder Gottes.“ Wir müssen niemandem unsere Daseinsberechtigung nachweisen. In der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes können wir dafür leben und arbeiten, dass das erscheint, was Gott in uns angelegt hat. Seine Kinder zu sein, in seinem Licht zu leben.

Hartmut Ahrens, Pastor in Sülbeck