Feiertag für Niedersachsen

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Bückeburg...

Niedersachsen holt auf! Das mag für Vieles gelten – auf jeden Fall gilt es für die Anzahl der Feiertage gegenüber anderen Bundesländern.
Am kommenden Mittwoch, dem 31. Oktober, begehen wir den neuen Feiertag zum ersten Mal – am Gedenktag der Reformation Martin Luthers.

Feiern? Hier stocke ich allerdings. Denn längst nicht allen ist an diesem Tag zum Feiern zumute. Kritik an der Auswahl dieses Tages kam sowohl von Seiten der katholischen Kirche („dieses Datum schmerzt, weil es auch die Spaltung der der Christen markiert!“) als auch vom Landesverband der jüdischen Gemeinden, die zu Recht Luthers judenfeindliche Haltung als auch den in der evangelischen Kirche zu unkritischen Umgang mit dem Reformator anprangern, der an manchen Orten „wie ein Messias“ verehrt würde.

Für die evangelischen Kirchen in Niedersachsen ist die Gestaltung des Reformationstages deshalb eine besondere Herausforderung. Es kommt darauf an, Formate zu finden, die einerseits die Bedeutung des Tages aufgreifen und würdigen, andererseits die Schattenseiten der Reformation nicht verschweigen und Impulse für Religionsgemeinschaften und Gesellschaft aufzeigen.

Das ist auch das Ziel einer interkulturellen und interreligiösen Veranstaltung am Vorabend des neuen Feiertages in der St.-Martini-Kirche in Stadthagen. Unter dem Motto „Das Verbindende im Zusammenleben suchen und pflegen“ gestalten unterschiedliche Religionsgemeinschaften gemeinsam mit dem niedersächsischen Kultusminister und Landrat Jörg Farr einen Abend zum Frieden der Religionen und dem Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Um 19.00 Uhr geht es los. Vielleicht wollen Sie auch ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für Frieden und Freiheit setzen und sind dabei? Und wenn Sie auch am Reformationstag feiern wollen, fragen Sie doch einmal in ihrer Kirchengemeinde nach den Gottesdiensten an diesem Tag!

Lutz Gräber, Theologischer Referent im Landeskirchenamt, Bückeburg