Geistesfilter gesucht!

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Bückeburg…

Attentat im Irak, Anschlag in Jerusalem und islamistischer Terror in Afghanistan! Tod afrikanischer Flüchtlinge im Mittelmeer, Obdachloser angezündet und Schwerverletzte bei Blitzeisunfall.
Meine Seele scheint kaum noch in der Lage, Mitgefühl oder Mitleid aufzubringen. Muss ich überhaupt– so frage ich mich zunehmend - von all diesen Ereignissen wissen? Ist das notwendig? Oder werden mir die Nachrichten aufgezwungen? Wer entscheidet eigentlich darüber, ob die Information über einen Sprengstoffanschlag im Irak für mich wichtig ist? Und muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mich weigere, diese Nachrichten anzusehen und einfach mein digitales Gerät ausschalte? Und was tue ich meiner Seele an, wenn ich unaufhörlich grauenhaftes einatme ohne es verarbeiten zu können?
Diese Fragen werden bei mir momentan immer lauter. Wahrscheinlich benötige ich einen Art Geistesfilter, der auch das Wort stopp und aus kennt? Einen Filter, der einen Moment der Stille und inneren Ruhe einfordert und auch von den eigenen Grenzen der seelischen Überforderung weiß; einen Filter, der mich bewußt zu den wesentlichen Momenten des Lebens zurückführt und mir dadurch wieder wirkliches Mitleid schenkt und mich neu ausrichtet; einen Filter, der zwischen Notwendigkeit und Übersättigung, zwischen Katastrophengeilheit und Katastrophenmitleid unterscheidet.

So einen Filter wünsche ich mir für den Alltag. Was könnte das aber für ein Filter sein? Vielleicht ein biblisches Wort am Tagesbeginn oder am Abend? Es könnte mich neu ausrichten. Oder ein kurzes Gebet, das mir die Not, die mich wirklich umgibt vergegenwärtigt? Wie auch immer, notwendig ist so ein Filter für mich – da bin ich mir gewiss.

Jan-Uwe Zapke, Pastor in Bückeburg