Gesegnet leben

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Steinbergen...

Am Dienstag haben wir mit unseren Frauenkreisen das Heimatmuseum in Hattendorf besucht.  Die liebevoll ausgestatteten Räume vom Wohn- und Badezimmer bis zur Schulklasse haben viele Erinnerungen an früher wachgerufen. Es war ja keineswegs nur die „gute alte Zeit“, es waren auch harte Zeiten.

Besonders ausgiebig wurden landwirtschaftliche Gerätschaften begutachtet und kommentiert und Geschichten vom Schlachten bis zur Getreideernte mit Platenkuchen-Pause erzählt. In unseren dörflichen Strukturen waren ja Viele der Landwirtschaft verbunden oder hatten ihren eigenen Garten und oft ihr Schwein im Stall.
Diese Geschichten waren gesättigt mit zwei wichtigen Erfahrungen, die viele Menschen heute kaum noch machen: Zum einen war vieles nur in Gemeinschaft und mit Nachbarschaftshilfe möglich. So gemeinsam zu arbeiten und zu feiern, hat ein tiefes Zusammengehörigkeitsgefühl gestiftet. Zum anderen haben ganz viele Menschen hautnah erlebt, dass der Alltag und das Gelingen sowohl von der eigenen Arbeit und Mühe als auch vom Segen Gottes, vom rechten Maß von Sonne und Regen abhängen. Dieses Ineinander erleben Bauern wie Kleingärtner in diesem Sommer ganz intensiv und das gilt trotz aller Technisierung und modernsten Anbaumethoden.

Die Erntefeste und erst recht das Erntedankfest betonen diesen Zusammenhang. Ich finde ihn treffend ausgedrückt in Worten eines Liedes von Matthias Claudius, in dem er vom Brot sagt: „Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott“.
Darin drückt sich eine Lebenshaltung aus, die von Demut und Dankbarkeit geprägt ist. Ich denke, dass es uns gut tut, dieses Zusammenwirken von Mensch und Gott in unseren Lebensvollzügen neu wahrzunehmen. Letztlich vom Segen Gottes zu leben, mag uns dann gelassener machen – und uns fröhlich an unser Tagwerk gehen lassen.

Stephan Strottmann, Pastor in Steinbergen