Gnadenlos

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Engern...

Gnadenlos - so erscheint einem oft die starre Haltung mancher Macht-haber auf der Welt. Gnadenlos agieren sie auf den Weltbühnen der großen Politik neben denen, die den Frieden unermüdlich mit den Mittel der Diplomatie suchen. Gnadenlos gehen die Unerbittlichen über die Leichen und schaffen unermessliches Leid. Zu Gnadenlosen können auch die  Widersacher werden. Das Böse ist eine greifbare Realität. Menschen werden in Angst und Schrecken versetzt und - wenn es schlimmer kommt - hineingerissen in die Maschinerie des Mordens. Nicht nur in Syrien ist das so. Eine faktisch eingenommene Halbinsel Krim verursacht dort wie in der Ukraine und international einen immensen psychischen Druck, zu dem nur noch eine Funke gehört, um die Gewalt zu entfachen.

Die Ambivalenz der Welt und des Lebens ruft uns zurück in die nüchterne Erkenntnis: wir werden das Nebeneinander von Gut und Böse nicht harmonisieren können.

Wo man sich angeekelt abwendet,  kann man der Versuchung einer „Heile-Welt-Idee“ erliegen. Aber diese Idee gelingt nicht. Gottes Ziel ist nicht die Selbsttäuschung, sondern das andauernde Vertrauen, an seinem Frieden festzuhalten und ihn zu suchen, trotz aller Hiobsbotschaften. Die Geschichte von der Arche Noahs erzählt von Gottes großem Versöhnungswillen. Der hat bis jetzt Bestand und hat sich fortgesetzt in der Person Jesu Christi. Menschen lassen sich verwandeln, weil Gottes Liebe eine Gestalt gewinnt als eine gute Macht. Das ist das Gegenteil von Gnadenlosigkeit. Das ist Gnadenfülle. Kann man nachlesen. Bei Matthäus zum Beispiel. Jesus sagt: „Glücklich sind die, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen“. Darauf gründet sich Hoffnung für andere und für uns. Erinnern wir daran, damit wir Menschen nicht allein lassen. Im polnischen Warschau erstrahlt derzeit der Kulturpalast mit nächtlichem Scheinwerferlicht  in den Landes-farben der Ukraine. Erinnerung zur Solidarität und Hoffnung...

Reinhard Koller, Pastor in Engern