Gott, du verwandelst meine Traurigkeit in Freude

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Hespe...

 
Bärbel Sandau

Burn out, Depression, Posttraumatische Belastungsstörung, Angststörung - diese Erkrankungen nehmen immer mehr zu. So werden seelische Erkrankungen wahrscheinlich die „Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts“. Ich beobachte, wichtig für eine Heilung ist es, einen Perspektivwechsel vorzunehmen.

Hilfreich hierbei kann ein Tier, wie z.B. Katze, Kaninchen, Hund… sein. Seit gut zwei Jahren gehe ich mit meiner Berner Sennenhündin in verschiedene Einrichtungen. Dabei erlebe ich, wie so ein Perspektivwechsel, durch die Hündin unterstüzt, gelingen kann.
Eine alte Dame in einem Pflegeheim ist durch eine kürzlich vorgenommene Operation niedergeschlagen und sitzt traurig in ihrem Rollstuhl. Da ich weiß, wie tierlieb sie ist, besuche ich sie mit meiner Hündin. Ich begrüße sie freundlich mit ihrem Namen und erkläre ihr, dass meine Hündin und ich nach ihr schauen möchten. Sofort will sie erzählen, wie schlecht es ihr geht. Ich lenke sie ab, indem ich auf meine Hündin verweise und gebe ihr für kleinere Spielchen ‚Leckerlis‘. Sofort ist die alte Dame abgelenkt, ist ganz auf die Hündin konzentriert, unterhält sich mit ihr und streichelt sie. Ihre OP ist in diesem Moment vergessen.
Solche Stimmungswandlungen erlebe ich immer wieder mit meiner ausgebildeten pastoralen Begleithündin, so dass ich in das Bekenntnis des Psalmbeters einstimme: „Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. Hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet.“

Pastorin Bärbel Sandau, Hespe