Gott tröstet uns wie eine Mutter

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Levesen...

Dieses Bild Gottes als tröstende Mutter strahlt Geborgenheit und Zuversicht aus. Der Prophet Tritojesaja hat es aufgenommen in der Jahreslosung Jesaja 66,13: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“
Sein Buch hatte er zwischen 521 und 510 v. Chr. an die aus dem babylonischen Exil heimgekehrten Juden gerichtet. Trotz ihrer Rückkehr in die Heimat machte sich unter ihnen Ernüchterung und Verzagtheit breit.

Das hebräische Wort für ‚trösten‘ meint die Grundbedeutung ‚heftig atmen‘. So beinhaltet Trost die Nähe eines anderen, so dass wir gegenseitig unseren Atem spüren, dass wir den anderen auf- und durchatmen lassen und ihm einen befreienden Stoßseufzer zugestehen.
Längst sind wir erwachsene Menschen. Wer ist jetzt da, um uns zu trösten? Wo können wir durch- und aufatmen. Im Jahr 2015 sind viele Menschen in unser Land geflohen. Das macht uns Angst. Aber auch auf der Seite der Flüchtlinge macht sich Ernüchterung und Verzagtheit breit.
Hier sagt uns die Weihnachtsbotschaft des Engels: Fürchte dich nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude…“ Gott mitten unter uns – zu ihm dürfen wir kommen. Er will uns trösten. Er sagt uns zu: „Ich bin bei dir!“

Eine mütterliche Freundin wird zu Grabe getragen. Der Verlust macht mich untröstlich. Auf einmal spüre ich die Hand ihres Sohnes in meinem Rücken. Ich kann aufatmen. Immer wieder eine tröstende Hand im Rücken wünsche ich uns.

Pastorin Bärbel Sandau