Himmelfahrt

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Hagenburg...

 
Axel Sandrock

Sie machen die Nacht durch, und sehen sich alle Teile von „Herr der Ringe“ am Stück an. Sie können Harry-Potter-Dialoge auswendig - aber mit Christi Himmelfahrt können Sie nichts anfangen. „Das kann ich mir nicht vorstellen!“

Klar: moderne Menschen können und wollen unterscheiden zwischen Realität und Fiktion. Sie kommen immer wieder zurück in die reale Welt und bestehen ihren Alltag und ihre Aufgaben. Aber sie lassen sich unterhalten von den Fiktionen oder anregen für das, was sie mit klarem Verstand tagtäglich tun und bewältigen müssen.

Aber manchmal spüren sie, dass die Realität ihnen nicht ausreichend Kraft gibt oder dass Arbeit und Familie noch nicht ausreichend Sinn versprechen, um sich des Lebens oder gar der Zukunft zu freuen.

Bis vor etwas mehr als 500 Jahren gehörte für normale Menschen zum Leben, was wir Fiktion nennen. Böse Geister, allerhand Mächte, die heute nur noch für Hollywoodfilme taugen.
Und dass ein Mensch, der offensichtlich, nach allem, was er getan und gesagt hatte, mit Gott in Verbindung stand, dass dieser Mensch in den Himmel gefahren war, war keine Fiktion. Das war durchaus vorstellbar.

Und es war mehr: es war eine Ansage an die Mächte und die Mächtigen der Welt. Dieser Mensch, Jesus, steht mit dem Himmel in Verbindung! Wer das glauben wollte, hatte nicht – wie wir heute – ein Problem mit Glauben und Realität; der hatte ein Problem mit den Machtverhältnissen der Welt. Wer sich Jesus im Himmel vorstellen konnte, der stellte alle diejenigen in Frage, die auf der Erde Götter sein wollten.
An die Himmelfahrt Christi zu glauben, bedeutet, sich der Gefahr auszusetzen, die Mächte der Welt nicht mehr ganz ernst zu nehmen. Himmelfahrt ist also viel gefährlicher als Harry-Potter-Filme gucken – ehrlich!

Axel Sandrock, Pastor in Altenhagen-Hagenburg