Hopfen und Malz

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Sachsenhagen...

 
Josef Kalkusch

In diesen Tagen beschäftigt uns das Thema „Bier“ häufiger als sonst. Sei es an Abenden im Biergarten, sei es durch die Schlagzeilen über eine hiesige Bauerei. Bier wird übrigens nach dem so-genannten „Reinheitsgebot“ gebraut, das wissen Biertrinker zu schätzen.

Apropos Reinheitsgebot: Das gilt auch in Sachen des Glaubens. Wie steht es um die Substanz? Bei vielen sieht es doch so aus: Da war einmal der Glaube an Gott, Vertrauen, dass er da ist. Da waren in früheren Jahren die Gebete und  Lieder, die Kraft gaben, trösteten oder Gelassenheit bewirkten.
Dann wurde irgendwann der Glaube verwässert, gepanscht. Keine Zeit mehr wegen anderer Dinge. Zweifel, weil der Tod auch in mein Leben griff, weil die Krankheit sich nicht abwenden ließ, weil andere anders dachten. Weil ich Gott nicht mehr verstand, nahm ich von dem Wasser, das Gott leichter macht: eigne Vorstellungen, Träume, Erklärungen, Ideen, Wünsche, Elemente aus anderen Glaubensformen. Ich mixte mir einen neuen, leichteren Glauben zurecht. Aber so gehen schleichend „Hopfen und Malz verloren“ ,und am Ende ist der Glaube abgestanden, fade und wässrig.

Damit sich aber unser Leben am Ende nicht als eine verkorkste Feier erweist, brauchen wir Vertrauen darauf, dass Gott etwas bewirken kann in unserem Leben.

Wenn Bier abgestanden ist, sollte man ein neues zapfen. So ist es auch mit dem Glauben: Einen neuen, unverdünnten Glauben bekommt man, wenn man neu „zapft“. Wenn man z. B. neu anfängt, Christus „anzuzapfen“. Es geht darum, Gott sein Leben wie einen leeres Glas hinzuhalten, damit er es füllen kann. Nichts anderes geschieht beim Gebet, nichts anderes will der Gottesdienst schenken.
Hopfen und Malz – Gott erhalt’s!

Pastor Josef Kalkusch, Sachsenhagen