„…ich singe mit, wenn alles singt…“

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Hespe…

 
Bärbel Sandau

Singen und besonders das Singen in der Gemeinschaft erfreut meine Seele. Mich fasziniert, welche tröstende Wirkung von den Liedern Paul Gerhardts ausgeht.  Menschen, die schwer an Demenz erkrankt sind, in ihrem Alltag kaum Worte zur Verfügung haben, sind  bei dem bekannten Sommerlied „Geh aus, mein Herz“ hellwach, ansprechbar und stimmen  mit ein in dieses Lied.

Dieses Lied strahlt Leichtigkeit aus. Gerhardt weiß, dass uns die Lebensumstände manchmal alle Leichtigkeit nehmen können. Hier ist es umso wichtiger, dass wir hinausgehen, die Schönheit des Sommertages schauen, „die Freude suchen“. Er hat dieses Lied 1653, nach dem Tod eines ihrer Kinder, für seine Frau gedichtet. Sie sollte sich  daran aufrichten. In der Schöpfung Gottes, in der Natur, spiegelt sich Gottes Tun an uns wider. Jeder Garten ist wie ein Geschenk, das wir zu jeder Jahreszeit bestaunen dürfen. Ergriffen von dieser Lebensfreude möchten wir singen und vielleicht auch tanzen. „…ich singe mit, wenn alles singt…!“

Das Erleben der  Natur ist für Gerhardt Sinnbild für Gottes Größe und Grund einer tiefen Hoffnung. Im neunten Vers richtet er den Blick auf den „Himmel“, der Ausdruck der Herrlichkeit Gottes ist. Aus diesem Himmel wächst mir Kraft, Schweres zu tragen, strahlt Freude herüber, die mein Leben hell macht. So kann ich, obwohl ich noch eingezwängt bin in des „Leibes Joch“, schon hier Freude wiederfinden und einstimmen in den Lobgesang Gottes.

Bärbel Sandau, Pfarramt für besondere Diakonische Dienste