… im Übergang …

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Seggebruch…

 
Peter

Mit dem morgigen Sonntag (16.02.14) beginnt ein neuer Abschnitt im Kirchenjahr. Wir wechseln nun unseren Blick auf das Leben Jesu. Seit Weihnachten hat uns die Geburt Jesu und der Weg suchender Menschen zu ihm hin begleitet. Ein Symbol für diese Suche ist der Stern, der Menschen zu Jesus geführt hat.
An vielen Häusern habe ich diesen Stern gesehen. In unserer Gemeinde sind Kinder als Sternsinger unterwegs gewesen. Mit einem Stern an ihrer Seite haben sie Segensworte zu Menschen gebracht. Wir sehen an Haustüren die Aufkleber, die ihren Besuch bezeugen.

Nun ist ein Perspektivwechsel angesagt. Von der Geburt Jesu wenden wir den Blick zum Ziel seines Lebens, das wir mit dem Osterfest feiern. Für unseren Blick auf diesen Wegabschnitt im Leben Jesu nehmen wir uns Zeit: 70 Tage (Septuagesimae).  
Es ist ein Wegabschnitt, auf dem wir neben ihm staunen und bangen, auf dem wir hinter ihm hören und sehen, wie er zielstrebig auf das Ende seines irdischen Lebens zugeht. Dieser Weg Jesu kann unangenehm  werden, wenn wir dabei an Sterben und Tod denken. Der Blick auf diesen Abschnitt kann trösten, wenn wir sehen, wie Jesus von der Gewissheit getragen ist, dass Gott sein Leben vollendet. An der Art, wie er sich Anfragen und Vorwürfen stellt, wie er gelegentlich undiplomatisch sagt, welche Hoffnung  ihn erfüllt, kann sich Lebensmut und Freude zu eigenem heilsamem Engagement entzünden.

In unseren Gemeinden versuchen wir diesem Leidensweg Jesu einen Platz zu geben. In Passionsandachten lassen wir Erzählungen von den letzten Wochen Jesu auf uns wirken. Wir muten es uns zu, unser Leben vom Ende her zu sehen, uns mit dem Blick auf den Tod Jesu auch dem eigenen Tod zu stellen. Die Auferweckung Jesu wirft schließlich ein strahlendes Licht auf das Leben, das Gott vollendet.

Das kann heilsame Klarheit in unser Leben bringen. Dabei dürfen auch Fragen einen Platz haben, die wir uns nicht täglich stellen: „Wofür investiere ich die Kraft meines Lebens? Welche Hoffnung  begleitet mich auf meinem Lebensweg?“  Wen wundert es, dass viele Christen dabei nicht selbstsicher dem Potential der eigenen Möglichkeiten vertrauen, sondern sich Gott mit den Worten anvertrauen: „Gott, wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“?

Dr. Burkhard Peter, Pastor in Seggebruch