Jeder braucht ein Stück vom Kuchen…

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Stadthagen...

Auf Youtube hörte ich letztens die Liedzeile: „wir wollen nicht ein Stück vom Kuchen, wir wollen die ganze Bäckerei“, eine bekannte Losung aus den 70iger Jahren die zum Teil in Berlin noch auf Häusern und Brücken zu lesen ist. Diese linksradikale Forderung war sicher nicht der Hintergrund für Diakonie und Caritas sich in den niedersächsischen Wahlkampf einzumischen.
Allerdings mischen wir uns mit sieben Forderungen für eine gerechte Sozialpolitik  in den Wahlkampf ein. Überschrieben mit einem Bibeltext aus 5. Mose, 14 „Es sollte überhaupt kein Armer unter euch sein“ (5.Mose, 15,4) fordern wir eine gerechtere Sozialpolitik.  Diese Sehnsucht nach sozialer Gerechtigkeit finden wir bei vielen Menschen. Es  kann und soll nicht sein, dass mitten in Niedersachsen dass  Menschen in Armut leben und keine Chance zur Abhilfe bekommen. Sei es als Familie, mit mehreren Kindern, im Wettbewerb um Wohnraum. Beim Bezug von Arbeitslosengeld II oder als Folge der Sanktionen des Jobcenters.  Es soll  jeder die Chance haben „ein Stück vom Kuchen“ zu erhalten.
Deshalb reicht es auch nicht aus Armut erst zu bekämpfen wenn sie aus unterschiedlichen Gründen entstanden ist. Wir meinen, mit guter Bildung fängt Gerechtigkeit an. Es geht dabei um gleiche Bildungschancen als Schlüssel für eine gerechte Gesellschaft. Besonders deutlich wurde diese Ungleichheit bei einer Studie zum  Schulbedarf. Die jährlichen Kosten summieren sich auf mehr als 300 Euro pro Schüler.  Der Bedarf ist damit mehr als doppelt so hoch wie  Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien aus dem Teilhabepaket erhalten. Schon ab der ersten Klasse seien die Ausgangsbedingungen für Schüler unterschiedlich, und das setzt sich fort. Den Eltern fehlen im Durchschnitt 100 Euro, um ihre Kinder angemessen ausrüsten zu können.

Diakonie und Caritas fordern die Politiker auf diese Missstände anzugehen und Lösungen zu entwickeln  Dabei lassen  wir die Politik nicht allein. Durch unsere soziale Arbeit sichern wir den solidarischen Zusammenhalt von Menschen, auch wenn deren Leben unterschiedlich verläuft. Mit unseren Einrichtungen und Beratungsstellen und im Miteinander innerhalb der Bürgergesellschaft arbeiten wir daran mit. Damit das gelingt muss aber soziale Arbeit wertgeschätzt, verlässlich refinanziert und fair entlohnt werden. Letztlich muss die Politik die Rahmenbedingen schaffen und weiter entwickeln damit wir der im Bibeltext beschriebenen Sehnsucht näherkommen: Es sollte überhaupt kein Armer unter euch sein!

Günter Hartung, Diakonisches Werk Schaumburg-Lippe