Kraft aus der Stille

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Vehlen...

 

M. Nolte-Bläcker

„In meiner Mittagspause“ erzählt der Mitarbeiter einer Bank, „ gehe ich gerne in die nahegelegene Kirche. Gott sei Dank, dass sie geöffnet ist. Da finde ich Ruhe. Ich kann für einen Augenblick alles um mich herum vergessen und Kraft sammeln für den anstrengenden, hektischen Alltag. In der Kirche beginnen auf einmal in der Stille der Raum, der Altar, das Kreuz zu mir zu sprechen von dem, was ich brauche, auch von Gott“.                                     

In der Hektik unserer Zeit, in den stressigen Anforderungen unseres Alltags spüren wir, dass wir immer wieder Zeiten und Orte der Ruhe brauchen, um in uns hineinzuhören, zu uns selbst zu finden und uns neu zu orientieren. Wir brauchen Orte der Stille und der Vergewisserung auch für unseren Glauben, wo wir mit Gott ins Gespräch kommen können über unser Leben und auf seine Worte für uns hören können.
Auch Jesus verteidigt deshalb den Tempel als Raum der Begegnung mit Gott, um Gottes Heil für das eigene Leben zu erfahren gegenüber den Händlern seiner Zeit, die im Opferkult des Tempels ihre Geschäfte machen. Wo die Macht des Geldes und das Profitdenken regiert, zeigen die Gottesdienste, die wir feiern, umso mehr, dass die tiefste Vergewisserung unseres Lebens nicht käuflich ist. Den Konsumtempeln unserer Zeit stehen die Räume der Kirchen gegenüber, in denen wir in der Stille neu entdecken können, dass unsere Würde als Menschen letztlich in unserer Beziehung zu Gott verwurzelt ist und seine Liebe unser Leben trägt.
Wenn in Räumen der Kirchen, die Dinge zu sprechen beginnen, können wir erahnen und erleben, wie wertvoll wir für Gott sind.
Im Anblick des Kreuzes Jesu können wir entdecken, dass einer sogar sein Leben eingesetzt hat, um unser Leben von der Macht des Todes zu erkaufen. Er hat uns den Weg zu Gott geöffnet, damit wir erkennen, was wir wirklich zum Leben brauchen.

Martina Nolte-Bläcker, Pastorin am Agaplesion Ev. Klinikum Schaumburg