Mensch, wo bist du?

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Vehlen...

 
Günter Fischer

Haben Sie sich schon einmal versteckt? Na klar – Verstecken im Dunklen – das spielen ab und an die Jugendlichen in unseren Jugendkreisen. Wer sich die beste Nische, die letzte Ecke oder was auch immer als Versteck aussucht, der wird nicht so schnell gefunden. In der Bibel ist das kein Kinderspiel. Dort heißt es in 1. Mose 3,8: Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn.

Was die beiden sich wohl dabei gedacht haben? In dieser Geschichte geht es nicht nur um das Schamgefühl der beiden. Adam fürchtet sich, als Gott ihn anspricht. Hat er ein schlechtes Gewissen?

Verstecken und Aufdecken – nicht nur für Politiker ist das heute brandaktuell. Es gibt schließlich eine Menge zu verstecken – oder? Wir hören nicht erst in diesen Tagen von Betrug, Korruption und anderen Skandalen. Doch wie sieht es in meinem eigenen Leben aus? Habe ich etwas zu verbergen?
Mensch, wo bist du? – Gottes Frage an Adam. Ich lese diese Frage als eine Frage an mich: Du – wo versteckst du dich?

Diese Frage geht mir gerade in der Zeit vor Ostern quer durch mein Gewissen ins Herz. Warum verstecke ich mich? Vor wem? Vor Gott? Er weiß doch, wer ich bin, wo ich bin und was ich mache oder unterlasse. Durch seinen Sohn Jesus hat er alle Mauern durchbrochen und ist mir nahe gekommen. Gerade das Dunkle in meinem Dasein hat er im Visier, und er will mir helfen. Das Schönste in meinem Leben ist doch, dass ich mich nicht mehr verstecken muss. Gott sagt „Ja“ zu mir. Er verurteilt mich nicht, sondern hilft mir zurecht.

Günter Fischer, Pastor in Vehlen