Mit allen Sinnen

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Heuerßen...

 
Andreas Hecht

Es ist schon beeindruckend und bisweilen auch nicht mehr wirklich nachvollziehbar, was durch Wissenschaft und Forschung an Erkenntnissen zu Tage gefördert wird. Da gibt es Bildgebungsverfahren, die das ’neuronalen Gewitter’ sichtbar machen können, sobald wir Gedanken denken oder Gefühle sich in uns regen. Da lässt man im Kernforschungszentrum Cern in Genf Protonen mit unglaublicher Wucht aufeinanderprallen, um die Bedingungen zu simulieren, wie sie möglicherweise unmittelbar nach dem Urknall unseres Universums herrschten. Nur zwei Beispiele, die eindrucksvoll aufweisen, wozu menschliche Erkenntnisfähigkeit in der Lage ist.  Und man möchte schon die Tage zählen, bis der erste bemannte Flug zum Mars gestartet wird..


Menschlicher Erkenntnisdrang – er wird wohl niemals enden, und das ist gut so. Gut aber auch, wenn wir immer wieder neu fragen: Wozu das Ganze?  Was sagen all die Erkenntnisse aus über unser Leben? Es mag sein, dass eines Tages noch umfassender aufgezeigt werden kann, wie es mit unserem Universum losging, ob mit oder ohne Urknall oder vielleicht auch noch ganz anders. Die Frage aber, die ja bleibt ist: Welchen Sinn hat das alles, wozu bist du, wozu bin ich überhaupt da? Und diese Frage nach dem Sinn hat viel mit unseren Sinnen zu tun. Vielleicht warst du ja am Erntedankfest in einer farbenprächtig und liebevoll geschmückten Kirche und konntest dich gar nicht satt sehen an der Schönheit der unterschiedlichen Gaben – und spürtest etwas vom Glück. Und auch wenn die Sonne jetzt wieder früher untergeht – du ahnst die Chancen, die diese dunkle Jahreszeit mit sich bringt: eine warme Tasse Tee am Küchentisch, wenn draußen die dunklen Wolken vorüberziehen. Zeit für Gespräche mit denen, die dir am Herzen liegen. Ein lang schon geplanter Brief an die Freundin, den Kollegen, der für ein halbes Jahr im Ausland arbeitet. Du kennst die Freude, in diesen kalten und nebligen Tagen durch den Herbstwald zu stöbern und mit den Schuhen das Herbstlaub aufzuwirbeln. Mit allen Sinnen nimmst du wahr, was für eine Lust es ist, zu leben. Und dann kann dir auch wieder in den Sinn kommen, warum der Betreiber von allem am 6. Schöpfungstag feststellte: „Und siehe, es war sehr gut“.

Pastor Andreas Hecht, Heuerßen