Mut zum Träumen

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Vehlen...

 
Günter Fischer

Können Sie sich vorstellen, Sie erhalten einen Auftrag, den Sie unmöglich erfüllen können, der nach menschlichem Ermessen unlösbar ist! Gerade in diesen Wochen muss ich viel darüber nachdenken, wie an zahllosen Plätzen Menschen unermesslich leiden und ihnen im Prinzip kaum einer wirklich hilft. Die Krisenherde und Kriege, Ebola-Seuche und unbeschreiblich brutale Verbrecher unter dem Deckmantel des Islam. Was kann ich da schon tun?

Mich erinnert das an einen Mann, der einmal so eine schier unlösbare Aufgabe bekam, den Mächtigen und Verantwortlichen seiner Zeit jene Umstände klar zu machen, die die Menschen bedrückten. Der Mann hieß Jeremia und weigerte sich zunächst, von Gott als Prophet beauftragt zu werden. Prophet -  das bedeutete, dass er ein Sprecher Gottes werden sollte mit einem harten Job: „Du sollst ausreißen und einreißen, zerstören und verderben, bauen und bepflanzen. Im Blick war die Gleichgültigkeit und der Egoismus der Menschen ebenso wie die Mauern zwischen Menschen, die aus den Herzen heraus- bzw. eingerissen werden sollten. Was sollte er da schon tun, der Priestersohn, der fast 50 Jahre bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier, die er sogar voraussagte, wirkte? Tatsächlich ist er dann zu seinen Lebzeiten vorwiegend verspottet und misshandelt worden und ca. 580 n.Chr. in Ägypten umgekommen. Die aufrechten Worte dieses Propheten sind manchem Flüchtling und Kriegsopfer bis heute zum Trost. Den Mut zum Träumen und zum Einsatz seines Lebens bekam er von seiner Beziehung zum lebendigen Gott, der bis heute zusagt: Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten. Mir macht das Mut – nicht nur zum Träumen.

Günter Fischer, Pastor in Vehlen