Nachfolge

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Vehlen ...

 
Günter Fischer

Vielleicht sind Sie im Urlaub auch am Strand unterwegs gewesen. Da stößt man auf Spuren im Sand von anderen Menschen, die den gleichen oder einen ähnlichen Weg genommen haben. Nicht selten ertappe ich mich dabei, dass ich mich bewusst etwas abseits halte, um nicht in der gleichen Spur zu gehen. Wer folgt schon gerne einer anderen Spur? Spannender ist es doch, seinen eigenen Weg zu finden – oder?

Nun manchmal bin ich auch neugierig und folge den Spuren: Was für Füße und was für ein Leben wohl zu den Abdrücken gehören. Indem ich der Spur nachfolge, verlasse ich möglicherweise sogar meinen geplanten Weg und lasse mich auf einen neuen Weg ein. Auf einer Freizeit ist es mir auf einem norwegischen Gletscher einmal passiert, dass ich zunächst der Gruppe durch fast bauchhohen Schnee voranging und mit der Zeit immer müder wurde. Da tat es richtig gut, als mein Freund Markus die Führung eine Zeit übernahm und ich hinter ihm in der schon niedergestampften Spur viel leichter gehen konnte.
Das sind alles Bilder, mit denen ich Ihnen ein wenig Lust auf „Nachfolge“ machen möchte. Wissen, wo es lang geht, indem ich nachfolge. Da folge ich nicht irgendwem, irgendwas oder meinen Träumen nach. Im Neuen Testament ruft es mir Jesus zu: Folge mir nach!
Sozusagen seine Fußspuren erkennen und in diesen Fußspuren unterwegs zu sein – das ist keine langweilige Angelegenheit sondern Nachfolge, zu der man schon Mut haben muss in einer Welt, die so einen wie Jesus nicht unbedingt haben will.

Da bin ich ein Lehrling, der vom Meister selbst lernt. Natürlich hinkt jedes Bild; doch ich habe mir sagen lassen, dass man in so manchem Lehrberuf es merkt, ob einer einen guten Meister, eine gute Meisterin hat. Ausprobieren kann ich das nur selbst.

Günter Fischer, Pastor