Nachtgedanken

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Stadthagen...

Das kennen wir. Da wacht man mitten in der Nacht auf und kann nicht mehr einschlafen. Die seltsamsten Gedanken plagen einen, und man hofft nur, bald wieder Schlaf zu finden. Ganz anders der Beter des 119. Psalms: „Ich wache auf, wenn’s noch Nacht ist, nachzusinnen über dein Wort“. Er freut sich sogar, dass er nachts aufwacht, weil er dann genug Zeit hat, um über Gottes Wort nachzudenken.

Manchmal ist die Nacht ja klarer als der Tag. Wir sind mit uns allein. Die Ruhe hilft uns, aufmerksam zu sein. Das Wort Gottes hat es leichter, zu uns durchzudringen, wenn nichts Anderes ablenkt, wenn keine Tagesgeschäfte anstehen.

Die Nacht muss also nicht immer bedrohlich sein, sondern kann auch neue Gedanken fördern, kann Undeutliches klarer machen und uns in die Weite des Sternenhimmels stellen. Vielleicht können wir deshalb auch einmal versuchen, die Schlaflosigkeit zu nutzen, um in der Bibel zu lesen. Nicht viel, vielleicht nur einen Satz oder einen Absatz. Oder wir nehmen uns die Nacht ganz bewusst vor und stehen einmal früher auf als gewohnt und erleben so den Zauber der Nacht, in dem uns manches klarer werden kann.

Möglicherweise geht es uns dann auch so wie dem Verfasser des 119. Psalms: das wir gar nicht mehr aufhören wollen, uns über das Wort Gottes zu wundern und es zu loben. Dass wir immer neue Worte dafür finden, was es bedeutet, Gott mit an unserer Seite zu haben. Dass es sich tatsächlich lohnt, ihn dabei zu haben. Er es ist, der uns Unterstützung und Hilfe für unser vielfältiges Leben schenkt. Ihnen allen: „Gute Nachtgedanken!“

Jörg Böversen, Pastor in Stadthagen