Novemberblues

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Probsthagen...

 
Anne Riemenschneider

Den verborgenen Segen entdecken
Lieben Sie den November? Die Blätter fallen und es wird nicht mehr lange dauern, bis sie der Wind heruntergefegt hat und die kahlen Bäume den bevorstehenden Winter ankündigen. Ehrlich gesagt kenne ich niemanden, der den November liebt und doch bin ich wie viele andere froh, dass wir in unserem Kulturkreis den Wechsel der Jahreszeiten haben.
Schließlich hat jede Jahreszeit hat ihren ganz eigenen Reiz. Nur ist er nicht immer so offensichtlich wie im Frühling oder Sommer.

Der Reiz des Novembers liegt mehr im Verborgenen. Nachmittags wird es früh dunkel. Draußen ist es meist ungemütlich. Wir sind eingeladen, es uns drinnen gemütlich zu machen, vielleicht bei einer Tasse Yogitee mit Milch und Honig, einem guten Buch, einer Kerze. Es tut gut, sich zurückzuziehen, sich auf sich selbst zu besinnen und auf das, was unser Leben ausmacht, vielleicht auch einmal Bilanz zu ziehen.

In unserem Kirchenjahr steckt eine tiefe Weisheit, die es neu zu entdecken gilt. Schließlich hat alles im Leben seine Zeit, auch das, was ich am liebsten wegschiebe: Gedanken an meine Vergänglichkeit, an Schuld und Tod.
Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag folgen dicht aufeinander und lösen bei so manchem einen Herbstblues aus. Augen zu und durch. Bald kommt ja der Advent mit seinen vielen Lichtern, vorgezogenen Weihnachtsfeiern, Adventsmärkten, Wohlgerüchen und leckeren Dingen wie Spekulatius und Glühwein.

Doch bleiben wir erst einmal im November. Halten wir ihn aus, rücken vielleicht zusammen und suchen gemeinsam nach Trost. Spüren wir, dass Gottes Licht am hellsten leuchtet, wo unsere Dunkelheit am größten ist.

Einen gesegneten November wünscht Ihnen Pastorin
Anne Riemenschneider, Pastorin in Probsthagen