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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Petzen ...

 
Heinz Schultheiß

Vom Umgang mit der Zeit  

Die Opernsängerin Anna Netrebko äußerte unlängst den Wunsch, sie möchte einmal Urlaub in Thailand oder auf den Malediven machen. Ihr Terminkalender erlaube dies aber nicht. Stattdessen sacke sie irgendwo auf dem Sofa zusammen. Das viele Geld, das sie für ihre Arbeit bekomme, könne sie nicht ausgeben, da keine Zeit dafür da sei.
Ein Luxusproblem, wird mancher Zeitgenosse denken, wenn er oder sie von diesem Problem hört. Sicherlich wahr, doch werden hier zwei ganz grundsätzliche Probleme offenbar: Wie gehe ich mit meiner Lebenszeit um und was ist mir wichtig in meinem Leben?
Gerade in diesen Tagen, in denen wir auf das Ende des Kirchenjahres zugehen und viele Menschen an den Gräbern der Verstorbenen stehen, rücken diese Fragen in unser Blickfeld. Dazu kommt die Erkenntnis, dass ich die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht kaufen oder erwirtschaften kann. Das ist gleichzeitig eine Einladung, Dinge in den Blick zu nehmen, die ich bisher nicht im Blick gehabt habe.
Ein biblischer Psalm enthält den Ratschlag: Lehre uns bedenken, Herr, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden (Psalm 90).
Ich halte diesen Rat für klug, weil er nichts verharmlost oder beschönigt, sondern das beim Namen nennt, was uns alle angeht. Dieser Satz lehrt uns in dem Bewusstsein zu leben, die Zeitspanne unseres Lebens nicht tot zu schlagen, sondern bewusst wahrzunehmen und zu gestalten.
Das ist vielleicht die größte Kostbarkeit im Leben eines Menschen: Dir ist Zeit gegeben, lerne sie zu nutzen und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden!

Heinz Schultheiß, Pastor in Petzen