Pfingsten - was wird da eigentlich gefeiert?

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Meinsen...

 
Hinz

Pfingsten - was wird da eigentlich gefeiert? Kurz gesagt: der Geburtstag der Kirche.
Zunächst schien alles verloren. Nach der Hinrichtung Jesu verharrten seine Jünger wie gelähmt in ihren Verstecken. Sie standen unter Schock und hatten Angst um ihr eigenes Leben. Begegnungen mit dem Auferstandenen ließen hoffen. Doch dann verunsicherte Jesu Himmelfahrt von neuem.

Das Pfingstereignis war der Wendepunkt. Gottes lebensschaffender Geist hatte die Anhänger Jesu dazu ermutigt und befähigt, herauszukommen aus ihren Verstecken und ohne Angst öffentlich von Jesus Christus zu reden. Aus Lethargie war Engagement geworden. Aus Mutlosigkeit wurde Kraft zu sagen, wovon man überzeugt ist. Vorher wie gelähmt wirkende Menschen wurden wie von einem frischen Wind gepackt, wurden "Feuer und Flamme" für die Sache Jesu! Von großem Eifer durchglüht redeten sie von Jesus. Sie waren entflammt von der Perspektive, die Jesus in ihr Leben gebracht hatte. Daraus wurde eine hochgradig ansteckende Sache. Funke um Funke sprang über. Immer mehr Menschen lebten es hinaus in alle Welt, was Jesus ihnen ans Herz gelegt hatte. Dieses Ereignis feiert die Kirche an Pfingsten. Deshalb ist das Symbol des Heiligen Geistes eine Flamme und die Farbe des Pfingstfestes rot. Und aus all diesen begeisterten Menschen wuchs durch Gottes Geist und Kraft die Kirche.

Kirche, das ist viel mehr als alt gewordene Institutionen – Kirche, das sind Menschen, die sich im Geiste Jesu nicht davon abbringen lassen, der Wahrheit des Evangeliums öffentlich Gehör zu verschaffen in Wort und in Tat. Das Pfingstfest erinnert jedes Jahr erneut daran: Es geht um Bewegung, um frischen Wind, darum, dass etwas Neues beginnt, wo Gottes Geist zur Wirkung kommt.

Das wünsche ich der Kirche Jesu zum Geburtstag: dass sie sich weiterhin durch Gottes Geist verändern und in Bewegung setzen lässt. Und dass sie nicht müde wird, so zu reden und zu handeln, wie Jesus von Nazareth geredet und gehandelt hat. Damit der Funke auch in Zukunft überspringen kann.
 
Ulrich Hinz, Pastor in Meinsen