Protestantisch

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Bückeburg...

 
Michael Grimm

„Hier ist zum Reformationstag noch mal Euer Augustiner-Bruder Martinus. Vor dem großen Fest  - die Fünfhundertjahrfeier der Reformation im Jahr 2017 – werde ich oft gefragt, was ich noch zu sagen hätte. Die römische Kirche hat den Ablasshandel eingestellt. Der Papst wirkt sympathisch. Und wie wir aufrecht vor Gott zu stehen kommen, ist Katholiken wie den Evangelischen sozusagen in Fleisch Blut übergegangen.

Das Kreuz mit dem rechten Glauben? So schwer nimmt das niemand mehr. Ich habe den Eindruck, wie auf dem Weg zum Reformationsjubiläum eher mein sperriger Charakter und der kämpferische Ton meiner Schriften die Stolpersteine sind. Auf meinen Jähzorn und die bisweilen polemischen Attacken bin ich tatsächlich nicht besonders stolz. Doch ‚niemand glaube, die Sache des Evangeliums könne ohne Lärm, Ärgernis und Aufruhr getrieben werden’. Ich bleibe dabei: Die Kirche ist auch einen Streit wert!
Der Glaube als Lebenskraft ist leidenschaftlich und beinhaltet auch jene Emotionen, die keinen so guten Ruf haben: Zorn, Eifersucht und Kampfesmut. Vielleicht ändert sich gerade etwas. Vielleicht wacht sie wieder auf, die Sehnsucht nach energetischen Zuständen. Möglich, dass wieder mehr Menschen den Mut finden, die Konsenskultur durcheinander zu wirbeln. Oder dass Christen es wagen, Gott neu zu denken, zu vertrauen, zu feiern und zu erzählen. Dann wird’s ein rechtes Reformationsfest! Euer Martin Luther.“

Pastor Michael Grimm, Bückeburg