Realistisch hoffen

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Bückeburg...

Am Beispiel der Silvesternacht in Köln wird deutlich, dass die schwierige Aufgabe der Integration erst beginnt. Der Auftrag Menschen Schutz vor Gewalt zu gewähren, steht außer Frage. Aber gibt es nicht Grenzen der Hilfe? „Obergrenzen schaffen!“ und „Abschiebungen erleichtern!“ wir gefordert.
Einfache Antworten und kurzfristige Lösungen wird es nicht geben. Dazu sind die Umstände dieser Situation zu vielschichtig. Die Integration von Menschen aus anderen Kulturen und anderen Erfahrungen wird ein langer Prozess sein. Wir werden dafür noch mehr investieren, aber auch Einbußen verkraften müssen an Annehmlichkeiten und - so schlimm das ist – vielleicht auch an Sicherheit. In der politischen Diskussion sollte das offen benannt werden.

Je eher wir investieren und je ehrlicher wir diskutieren, desto größer scheinen mir die langfristigen Erfolgschancen. Mehr Stellen in den Verwaltungen, bei der Polizei, bei Lehrern und Erzieherinnen, mehr sozialer Wohnungsbau. Das kostet Geld. Warum nicht zumindest von den etwas besser Verdienenden auch einen finanziellen Beitrag dafür erheben – auch wenn das etwa den Verzicht auf eine Urlaubsreise bedeutet?

Jesus hat in seine Nachfolge gerufen und zur Sorge für das Leben der Anderen aufgerufen, weil so Gottes Wille für Frieden und Gerechtigkeit möglich wird. An ihm und seinen Jüngern wird allerdings deutlich, dass das Einsatz fordert. Kurzfristigen Erfolg hat er nicht versprochen.
Jesus war Realist. Wir sollten es auch sein. Im Sinne Jesu heißt das: nichts beschönigen, aber Gott vertrauen, dass die Sorge füreinander bessere Zukunft verheißt als die Abgrenzung voneinander.

Jan Peter Hoth, Theologischer Referent | Pastor