Rechthaberei überwinden

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Probsthagen ...

 
Anne Riemenschneider

Anne Riemenschneider

Kürzlich bin ich vor dem Fernsehen hängengeblieben. 37 Grad hieß die Sendung. Eine Sendung, die ich schon häufiger mit Gewinn gesehen habe, greift sie doch Themen des Alltags auf und verbindet sie nicht selten mit dem Glauben. Diesmal ging es um das Thema Rechthaberei. Anhand zweier Beispiele wurde beschrieben, wie sich Menschen in das Gefühl hineinsteigern können, Recht zu haben. Sie kommen einfach nicht mehr aus ihren Gedanken heraus. So wie eine Fliege im Netz der Spinne gefangen ist und es ihr selbst mit großer Anstrengung nicht möglich ist, wieder frei zu werden, so sind rechthaberische Menschen durch nichts davon abzubringen, dass sie im Recht sind. Natürlich sind sie auch nicht ganz im Unrecht, das zeigten die beiden Beispiele deutlich:  Die Lärmbelästigung durch eine Freizeiteinrichtung kann beschwerlich sein. Und dass Hundekot auf dem Weg vor dem eigenen Grundstück nicht gerade für Vergnügen sorgt versteht sich von selbst.

Beiden Männern erging es ähnlich. Sie haben sich so sehr in ihr Thema verstrickt, dass sie sich immer mehr isoliert haben. Selbst die engsten Angehörigen konnten nichts mehr davon hören. Während der eine Herr ständig dabei war, alles zu filmen, entschied sich der andere,  den Weg kaufen zu wollen, um künftig Hunden und Herrchen den Durchgang zu verwehren.

Frieden haben sie nicht gefunden, weder mit sich noch mit ihren Mitmenschen.
Zwei Worte sind mir in den Sinn gekommen. Zum einen das Psalmwort „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ Das mag auch für die Mauer der Rechthaberei  gelten. Durch Gottes Kraft werden plötzlich Dinge möglich, die ich mir nie zugetraut hätte. Ich kann sogar auf mein verbissenes Recht haben wollen verzichten und die Dinge aus der Perspektive der anderen sehen.
Und noch ein Wort kam mir in den Sinn – der Wochenspruch für den kommenden 11. Sonntag nach Trinitatis.
Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.(1. Petrus 5,5)
Rechthaben wollen gehört zum Hochmut, auf sein Recht verzichten zur Demut. Gott ermutigt uns wie so oft, einen ungewohnten und auch unbequemen Weg einzuschlagen. Doch er führt zum Frieden, das ist doch was oder?

Anne Riemenschneider, Probsthagen