Rufe

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Steinbergen...

 
Koller

Die Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands kam in der vergangenen Woche in Magdeburg zusammen. Die 120 Synodalen haben wie immer getagt und beraten. Wie immer? Vielleicht war es dieses Mal doch anders als sonst.

Am Anfang stand der Ruf zu einem solidarischen Europa und zum Widerstand gegen Rechtspopulismus. Also ein Ruf in die Gesellschaft hinein. Kirche hat mit ihrem Evangelium einen öffentlichen Auftrag. Evangelium meint den persönlichen Glauben und gleichzeitig die nach außen strahlende gute Botschaft. In der gegenwärtig unruhigen politischen Landschaft in Deutschland und der Welt wissen sich Christen berufen, an demokratische Verantwortung zu erinnern und für die entsprechenden Werte einzutreten. Wie wir zu Beispiel mit den Schwachen umgehen, entscheidet mit darüber, wie stark das Gemeinwesen, die Gemeinschaft der Bürger, tatsächlich ist. Nicht die Angstmacher und Populisten können dazu beitragen, sondern gerade diejenigen, die sich bewusst aus dem Fenster lehnen und humane und christliche Werte vertreten.

Wissen Sie auf Anhieb, was im Artikel eins oder im Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes steht? Wir sollten es mal wieder lesen. Da stoßen wir auf die Grundlagen des Gemeinwesens und des Zusammenlebens so vieler höchst unterschiedlicher Menschen. Wir denken an die in Jahrhunderten weiterentwickelten Basiswerte Demokratie und Freiheit. Die Bibel bleibt dabei höchst aktuell. Gewiss nicht 1:1, denn da liegt ja die Aufgabe der Kirche: dafür zu sorgen, dass die biblischen Worte nicht rückwärts gewandt stehenbleiben, sondern in die Gegenwart transportiert werden. Kirche tut das verantwortlich und für das Gemeinwohl.
Sie vergewissert sich in der Bibel als Quelle, damit nicht Schlag- und Hassworte, nicht momentaner Geschmack und subjektives Larifari über die Werte und die Würde des Menschen entscheiden. Und deshalb zum Schluss ein schönes biblisches Beispiel - alles Andere als Worthülsen, die man, wenn man denn will, daraus machen könnte.
Paulus schreibt im Galaterbrief: „Der Geist bringt als Ertrag: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Güte und Großzügigkeit, Treue, Freundlichkeit und Selbstbeherrschung.“ (Brief des Paulus an die Galater, Kapitel 5, Verse 22 und 23a / Übersetzung der Basisbibel).  Diesen -heiligen- Geist dürfen wir nicht verlieren.

Reinhard Koller,  Pastor in Steinbergen/Engern