Schätze heben

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Steinbergen...

 
Stephan Strottmann

„Schatz des Glaubens“, so war der gemeinsame Gottesdienst der Kirchengemeinden Bad Eilsen und Steinbergen am letzten Sonntag betitelt. Wir haben ihn nicht in der Kirche, sondern in der Ruine der Hünenburg mitten im Wald oberhalb von Rinteln gefeiert. Für mich war das schon der erste Schatz: der Wald mit seinem wenigstens etwas dem Regen trotzendem Blätterdach, die Mauerreste als Zeugen der Geschichte und zugleich offen für neue Erfahrungen, das anschließende einfache und doch wunderbar vielfältige Picknick. Inmitten prall gefüllter Tage kurz vor dem Urlaub war das schon ein Stück Ferienstimmung. Kleine Auszeiten, Erleben von inspirierender Natur – jenseits von großen Urlaubsreisen gibt es inmitten unserer Alltagsgeschäftigkeit vor Ort Schätze zu heben!

Inhaltlich ging es um die Frage, wie Menschen Glaubenserfahrungen machen und weitergeben können. Dabei kamen mehrere Generationen mit ihren Erfahrungen, Fragen und Wünschen zu Wort. Mir nicht neu und doch neu nachdenklich machend war die Schilderung der Älteren von schlechten Erfahrungen mit strengen Pastoren und freudloser Kirche, von ihren Schwierigkeiten, sich Glaube anders vorstellen geschweige denn weitergeben zu können, und von späteren neuen Anknüpfungspunkten, die Glaube und Kirche neu ins Blickfeld brachten.

Ich denke, auch hier lassen sich Schätze heben: Miteinander austauschen und überlegen, was im Leben hält und trägt. Immer mal wieder Abstand nehmen von der Geschäftigkeit und sich fragen, was meinem Leben Sinn und Ziel gibt. Orte aufsuchen, die meiner Seele Weite geben könne – sei es der Wald, das Wasser oder ein Kirchenraum.

Solche Schätze zu heben, kann im Alltag gelingen. Es mag aber ein guter Vorsatz sein, sich gerade in den beginnenden Ferien- und Urlaubswochen Zeit dafür zu nehmen.

Stephan Strottmann, Pastor in Steinbergen