Schwerer als 128kg

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Stadthagen...

Haben Sie von dem Friedensstein gehört, der diesen Sommer durch das Schaumburger Land rollte?
Ein 128 kg schwerer Mühlstein, versehen mit dem Wort „Frieden“ in verschiedenen Sprachen. Nach Berlin soll er gerollt werden. Und von dort um die Welt. Ein Kunstprojekt, bei dem manche fragen: „Was bringt`s.“
Ich glaube, dass Friedensprojekte, Friedensmärsche, Lieder über den Frieden, Friedensgebete u.ä. auch zum Frieden beitragen. Bei all dem erlebe ich etwas vom Frieden im Kleinen. Das prägt sich mir ein und motiviert mich für die alltäglichen Herausforderungen.
Sicherlich bringt es der Welt an sich keinen Frieden, einen Mühlstein durch die Welt zu rollen. Frieden zu halten oder zu schaffen ist eine konkrete Herausforderung für unseren Alltag: in unseren Familien, auf der Arbeit, in unserer Stadt, in den Vereinen, zwischen Religionsgemeinschaften oder in der Politik. Das scheint schwerer als 128kg.
Wildfremde Menschen kamen beim Rollen des Friedenssteins persönlich miteinander ins Gespräch: „Ich möchte keinen Krieg erleben.“, sagte eine Frau. „Wichtig ist doch nicht, welche Religion man hat, sondern dass das Herz am rechten Fleck ist.“, war ein anderer Gedanke.
Gemeinsam schafften wir es, den Mühlstein von Stadthagen nach Bad Nenndorf zu rollen. Bei 34°C im Schatten! Das war gar nicht so schwer wie gedacht.
Vielleicht ist es mit dem Frieden ähnlich. Wenn sich Menschen finden, die gemeinsam nach guten Lösungen für ein friedliches Miteinander suchen, dann kann Frieden ins Rollen und sogar an Etappenziele kommen. Am 3. Oktober rollt er in Berlin ein – der Stein.

 Nora Vollhardt, Pastorin in Stadthagen