Sich Begegnen auf Augenhöhe

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Levesen...

 
Bärbel Sandau

In der christlichen Gemeinde in Rom treten unterschiedliche Strömungen und Konflikte auf. Hier hinein mahnt Paulus auch uns heute mit der neuen Jahreslosung Römer 15,7: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“

Gott entäußerte sich und wurde Mensch, im Kind in der Krippe. Aus diesem wurde der Wanderprediger Jesus aus Nazareth. In ihm durchlebte Gott für uns die schlimmsten Leiden und das tiefste Dunkel. Er stellt sich in Jesus uns Menschen an die Seite, lebt mit uns, begegnet uns auf Augenhöhe.

Ein Ereignis in meinem Auslandsvikariat in Frankreich hat mich beeindruckt: Ich war dort in der Katechese tätig und hatte eine Gruppe von zehn jungen mehrfach geistig behinderten Menschen. Zum Ende einer katechetischen Einheit wollte ich jeden der zehn Personen segnen. Ein junger Mann konnte nicht aufrecht stehen und gehen, sondern kroch mehr oder weniger über den Boden. Um diesem auf Augenhöhe zu begegnen, ging ich in die Hocke und legte ihm die Hände zum Segen auf. Bevor ich mich wieder erheben konnte, legte mir seine Nachbarin ihre Hände auf und sagte: „Der Herr segne dich!“ Dies war für mich sehr bewegend, da diese sonst kaum ein Wort sprach.

Vor Gott können wir sein, so wie wir sind. Er liebt und akzeptiert uns mit unseren Schwächen. Begegnung auf Augenhöhe ermöglicht uns zu leben und uns gegenseitig zu akzeptieren, so wie wir sind. So ehren wir Gott. Seine Liebe wird unter uns sichtbar.

Bärbel Sandau, Pastorin