Stärke und Schwäche...

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Heuerßen...

Eigentlich ist das so nicht vorgesehen, dass ein Papst seinen eigenen Nachfolger erlebt, indem er zu Lebzeiten freiwillig das ‚Petrusamt’ niederlegt - so wie es Benedikt der XVI. für den 28. Februar angekündigt hat. Und was immer vielleicht noch an Gründen und Motiven für diese Entscheidung eine Rolle gespielt haben, und die uns womöglich verborgen bleiben: Man kann Papst Benedikt ja auch einfach beim Wort nehmen und Respekt davor haben, dass einer offen zugesteht, nicht mehr die nötigen körperlichen und geistigen Kräfte für die Ausübung des Hirtenamtes einer Weltkirche zu haben.

Einer ‚Hochleistungsgesellschaft’ fällt es immer wieder schwer, solche und andere Töne einzuordnen und sich auf die Bekundung von Leistungsgrenzen einen rechten Reim zu machen. Wo ständig auf der Überholspur des Lebens gefahren wird, da kann sich bisweilen Blindheit einstellen dafür, dass überhaupt noch andere Spuren daneben liegen, auf denen das Leben langsamer verläuft, und dass da auch mal einer liegen bleibt.

Natürlich sollen wir auch als Christen das ‚Kind nicht mit dem Bade ausschütten’: Es geht nicht darum, Leistungsfähigkeit und Erfolg zu diskreditieren. Gott sei Dank für alle Gaben und Fähigkeiten, die wir haben und die wir einbringen auch zum Wohle anderer. Aber es muss ein Maß gefunden, wieder neu gefunden werden – und zu diesem Maß gehört auch die Einsicht, dass wir selber und dass auch andere neben uns nicht perfekt sind, sondern immer wieder auch an Grenzen stoßen. Dass auch  unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten sichtbar werden.

„Stärke und Schwäche zeigen zu können, ich wünsche mir oft den fehlenden Mut. Mal wolkig, mal heiter, wie der Frosch auf der Leiter, unbekümmert sagen, wie mein Wetter grade steht.“
In diesem Sinne: Steh zu Dir – so oder so!

Andreas Hecht, Pastor in Heuerßen