Vergiss das Gute nicht!

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Bückeburg...

 
Elisabeth Garner-Lischka

In einem afrikanischen Volk gibt es folgende Sitte: Die Menschen tragen tagsüber in der Tasche eine Hand getrockneter Bohnen. Am Abend lassen sie mit ihnen in der Hand den Tag noch einmal Revue passieren. Für jede schöne Erinnerung legen sie eine davon in ein  Holzschälchen neben ihrer Schlafstelle. Die guten Erinnerungen begleiten so den Schlaf.
Wer es ausprobiert, ist erstaunt, wie viele schöne Dinge des Tages in die Erinnerung zurückkommen: Der Sonnenschein, das gute Gespräch,  der Brief im Kasten.
Natürlich kommen einem da auch die anderen Dinge in den Sinn: die Sorgen -manchmal riesengroß- und  auch der Ärger über den Menschen, der das Leben schwer macht.
Aber die Tatsache, dass die Bohnen neben dem Bett liegen, gibt den guten Erlebnissen ein anderes Gewicht. Selbst am kommenden Morgen, wenn die harten Früchte wieder in die Tasche zurückwandern, sind sie noch einmal da.
Was gibt es Schöneres, als so den neuen Tag zu beginnen? Welche Möglichkeiten liegen in ihm verborgen!

Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Der Wochenspruch aus dem 103. Psalm will uns von Gott her erinnern: Nimm die guten Dinge mit in dein Leben hinein und vergiss sie nicht. Erinnere dich daran: Sie sind Gottes Geschenk an dich.  Nicht, dass es das Schwere nicht gäbe. Aber wer das Gute im Hinterkopf (oder wie der 103. Psalm  sagt:  in der Seele) behält,  hat es leichter. Es schenkt uns das Vertrauen,  auch das Andere mit einer Hoffnung anzunehmen.

Elisabeth Garner-Lischka, Krankenhausseelsorgerin