Viele Hände

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Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Heuerßen...

"Du wirst dich nähren von deiner Hände Arbeit", so lautet der zweite Vers aus Psalm 128 im Alten Testament der Bibel.
Das klingt fast schon archaisch und stammt aus einer sehr lange zurückliegenden analogen Zeit.
Im Rahmen eines Fußballturniers für junge Geflüchtete hatten unlängst afghanische, syrische und deutsche Jugendliche zur Stärkung ein kleines Buffet mit kalten und warmen Speisen vorbereitet.

Nun waren aber nicht die erwarteten 50, sondern annähernd 100 Spieler und Zuschauer auf dem kleinen Sportplatz in Bückeburg zusammengekommen. Der Umwelt zuliebe wurden Porzellanteller und Metallbestecke benutzt. Nach einer Stunde war bereits alles Geschirr verbraucht und in Ermangelung einer Spülmaschine von zwei afghanischen Jugendlichen per Hand gereinigt worden.

Am Abend, gegen Ende des Turniers wollten sich Samir und sein Freund zum zweiten Mal an den Abwasch machen. Auf meine Bemerkung: "Ihr könnt das ruhig bleiben lassen, das kann unser Geschirrspüler zu Hause erledigen", streckte mir Samir seine Hände entgegen. Ich runzelte die Stirn und sah ihn fragend an. Samir entgegnete lachend: "Meine Hände sind eine Maschine"!

Nach etwa 30 Minuten hatten tatkräftige Hände alles ein zweites Mal gespült und ins Auto verladen.
Mit meinen beiden Händen kann ich abwaschen, backen, bauen, helfen, tragen, trösten und mit vielen Händen können wir ganze (Geschirr-) Berge versetzen und die sinnstiftende Kraft gemeinsamen Handelns erleben.

Joachim Büge, Diakon im Landesjugendpfarramt