Volkstrauertag 2015

Meldung vom
Kategorie: Andacht

Ein Wort aus Bückeburg

Vor mir liegen 3 alte Postkarten, zwar etwas vergilbt, aber noch gut zu lesen. Die Daten:
1.November 1945, 1.Februar 1946 und 23. April 1946. Mein Vater schrieb an meine Mutter
aus einem russischen Kriegsgefangenenlager: „Du kannst beruhigt sein, ich bin noch gesund,
und es geht den Umständen entsprechend…. Hoffentlich ist der Tag unseres Wiedersehens
nicht mehr allzu fern. Das ist hier unser aller einziger Wunsch.“ Im Mai 1946 ist er dort verstorben. Rund 70 Jahre ist das her. Damals hieß es: Nie wieder Krieg!
Trotzdem hat es in den 70 Jahren auf unserem Erdball mehr als 150 Kriege und kriegerische
Auseinandersetzungen  gegeben. Der Volkstrauertag sollte dennoch für uns in Deutschland
ein Tag sein, an dem wir Dank sagen: Gott sei Dank! Bei uns in Mitteleuropa schweigen seit 70 Jahren die Waffen. Die Teilung Deutschlands  wurde überwunden, ohne dass Blut geflossen ist - ein wahres Wunder in unserer Geschichte.
Unser Kontinent Europa, auf dem im letzten Jahrhundert unendlich viel Leid geschah, ist nun die friedlichste Weltregion, so dass er  für viele Menschen aus den furchtbaren Kriegsgebieten unserer Erde zum Sehnsuchtsland geworden ist. Die Dankbarkeit möge verhindern, dass wir diese Tatsachen als  Selbstverständlichkeit ansehen.
Die Dankbarkeit möge uns erfinderisch werden lassen, wie wir mit den vielen Flüchtlingen
in der Zukunft umgehen können, wie sie bei uns eine wirkliche  Bleibe finden können. Wer dankbar ist, kann darauf am ehesten eine Antwort finden.

Hans-Peter Fiebig, Bückeburg